Verfasst von: Freiheitlicher | 30. Juni 2013

Von wem wurde Adolf Hitler finanziert

Um zu beweisen, dass Hitler in Wahrheit der Feind der Deutschen und Österreicher war, muss man herausfinden, wer Hitler zum Aufstieg verholfen und wer ihn und seine Truppe finanziert hat.

Dazu habe ich einen interessanten Artikel dazu gefunden:

http://lupocattivoblog.com/2013/06/30/hitler-england-lebensraum-geopolitik/

 

Hitler, England, Lebensraum, Geopolitik 

Einführung

Eigentlich, würde man meinen, wenn man Hitlers „Mein Kampf“ gelesen hätte, würde man doch nicht sagen können, Hitler wollte etwa keinen Krieg und wäre friedlich und sozial nicht nur gegenüber seinem Volk, sondern ebenso gegenüber anderen Völkern auch.

Aber nein, es gibt immer noch Meinungen, die Behaupten allen Ernstes, dass Hitler
– Keinen Krieg wollte!
– Keinen Lebensraum auf Russlands Boden wollte!
– Das Wirtschaftswunder aus eigener, friedlicher Kraft heraus vollbracht hätte!

Um diese Sachverhalte zu beweisen, werden seine Interviews und seine Reden bemüht, und zwar aus der Zeit, als er bereits an der Macht war. Darauf muss man antworten, dass natürlich Hitlers Reden gut vorbereitet worden sind, dass sie reine Propaganda darstellen, dass diese obwohl doch ein Teil der Wahrheit enthalten, nur einem Zweck zu dienen hatten, und zwar der Mobilisierung des deutschen Volkes zum Kampf gegen Russland, um russischen Boden zu gewinnen. Das sollte man bei seinen Reden und Beteuerungen auf keinen Fall außer Acht lassen, denn alles andere wäre einfach nur naiv.

Dafür ist Hitler das geheime Bündnis mit England eingegangen. Mit wem denn sonst als nicht mit dem 250 Jahre alten Feind Russlands. Dabei ist Hitler in die alte Falle getappt, in die noch vor ihm viele der Staatsführer verschiedener Länder genau auf die gleiche Weise getappt waren. Hat Hitler das nicht gewusst:

„Noch schlimmer als die Feindschaft mit den Angelsachsen kann nur eines sein: Freundschaft mit ihnen.“
Alexej Jefimovitsch Wandam (Jedrichin), 1913

Nein, Hitler wollte es gerade auf diese Weise haben. Und falls er 1924 noch sagen konnte, er hätte von der Geopolitik nichts gewusst, so doch nicht mehr nach 1933, als er zur Macht gelangt war. Er muss von Carl Schmitt und Karl Haushofer gewusst haben. Vom Kampf des Landes gegen das Meer. Der Thalassokratie (vom altgriech. θάλασσα, thálassa = „Meer“ und κρατία, kratía = „Herrschaft“) gegen die Tellurokratie (Tellus, lateinisch „Erde“), Athen gegen Sparta, Karthago gegen Rom, England gegen Russland als Heartland des Kontinents.

Viele russische Zaren waren von Engländern ermordet worden oder sind England auf die gleiche Art und Weise wie Hitler in die Falle gegangen.
– Pavel I., als er sich mit Napoleon verbünden wollte, Napoleon aber anschließend gleich Hitler auf Russland gehetzt wurde.
– Alexander II. wurde von den Narodowolzen weggebombt, die von England, wie auch alle anderen revolutionären Bewegungen in Russland, finanziert wurden
– Alexander III. wurde von den Engländern vergiftet, sogleich nachdem er das Bündnisabkommen mit Frankreich unterschrieben hatte
– Nikolaj II. wurde gestürzt, nachdem er den langen Streit beenden wollte und mit England einen Pakt abgeschlossen hatte (den Pakt mit dem Teufel).

Weiß Hitler davon, als er in „Mein Kampf“ sagt:

Zitat: „Englands Wunsch ist und bleibt die Verhütung des übermäßigen Emporsteigens einer kontinentalen Macht zu weltpolitischer Bedeutung, d.h. also die Aufrechterhaltung einer bestimmten Ausgeglichenheit der Machtverhältnisse der europäischen Staaten untereinander; denn dies erscheint als Voraussetzung einer britischen Welthegemonie.“

„So entsetzlich auch die Folgen der englischen Kriegspolitik für Deutschland waren und sind, so darf man sich doch nicht der Einsicht verschließen, dass ein zwangsläufiges Interesse Englands an einer Vernichtung Deutschlands heute nicht mehr besteht, ja, dass im Gegenteil Englands Politik von Jahr zu Jahr mehr auf eine Hemmung des maßlosen französischen Hegemonietriebes hinauslaufen muss.“ 

Hitler hat Angst vor seinen unmittelbaren Nachbarn, den thalasokratischen Venezianern und Engländern(Englands Elite ist ja ebenfalls aus Venedig durch Holland schließlich nach England eingewandert):

Zitat:„Ich möchte diese Betrachtungen nicht beenden, ohne nochmals auf die alleinige Bündnismöglichkeit hinzuweisen, die es für uns augenblicklich in Europa gibt. Ich habe schon im vorhergehenden Kapitel über das deutsche Bündnisproblem England und Italien als die beiden einzigen Staaten in Europa bezeichnet, mit denen in ein engeres Verhältnis zu gelangen für uns erstrebenswert und Erfolg verheißend wäre. Ich will an dieser Stelle noch kurz die militärische Bedeutung eines solchen Bundes streifen.
Die militärischen Folgen des Abschlusses dieses Bündnisses würden in allem und jedem die entgegengesetzten wie die eines Bündnisses mit Russland sein. Das wichtigste ist zunächst die Tatsache, dass eine Annäherung an England und Italien in keiner Weise eine Kriegsgefahr an sich heraufbeschwört.“

„Wie naiv, zu denken, dass England und Frankreich in einem solchen Falle ein Jahrzehnt warten würden, bis der deutsch-russische Bund seine technischen Vorbereitungen zum Kampf beendet haben würde. Nein, das Unwetter bräche blitzschnell über Deutschland herein.
So liegt schon in der Tatsache des Abschlusses eines Bündnisses mit Russland die Anweisung für den nächsten Krieg. Sein Ausgang wäre das Ende Deutschlands.” 

Ein schwerer, sehr schwerer Fehler so zu denken! Da müsste man die ganze vorhergegangene Historie einfach außer Acht gelassen haben. Nach nur 20 Jahren werden die Aussagen Hitlers eine schwere Niederlage nach sich ziehen und Deutschland wird vollständig zerstört werden, obwohl er doch anfangs meint:

Zitat:„So entsetzlich auch die Folgen der englischen Kriegspolitik für Deutschland waren und sind, so darf man sich doch nicht der Einsicht verschließen, dass ein zwangsläufiges Interesse Englands an einer Vernichtung Deutschlands heute nicht mehr besteht, ja, dass im Gegenteil Englands Politik von Jahr zu Jahr mehr auf eine Hemmung des maßlosen französischen Hegemonietriebes hinauslaufen muss.“

Er macht also den gleichen Fehler, den nur ein paar Jahre zuvor Nikolaj II. gemacht hatte, als er sich mit England verbündete. Er richtet sich gegen den Kontinent, gegen Russland und Frankreich, im Sinne Englands, bei dem er sich auch noch anbiedert:

Zitat: „Auch England ist kein Beweis dagegen, da man nur zu leicht angesichts des britischen Imperiums die angelsächsische Welt als solche vergisst. Die Stellung Englands kann infolge seiner Sprach- und Kulturgemeinschaft mit der amerikanischen Union allein schon mit keinem sonstigen Staat in Europa verglichen werden.“

„Völkerschicksale werden fest aneinander geschmiedet nur durch die Aussicht eines gemeinsamen Erfolges im Sinne gemeinsamer Erwerbungen, Eroberungen, kurz einer beiderseitigen Machterweiterung.“

Ja, OK, aber gegen wen soll’s denn hingehen. Auch da macht Herr Hitler keinen Hehl daraus:

Zitat:„Wollte man in Europa Grund und Boden, dann konnte dies im Großen und Ganzen nur auf Kosten Russlands geschehen, dann musste sich das neue Reich wieder auf der Straße der einstigen Ordensritter in Marsch setzen, um mit dem deutschen Schwert dem deutschen Pflug die Scholle, der Nation aber das tägliche Brot zu geben.

Für eine solche Politik allerdings gab es in Europa nur einen einzigen Bundesgenossen: England.

Nur mit England allein vermochte man, den Rücken gedeckt, den neuen Germanenzug zu beginnen. Das Recht hierzu wäre nicht geringer gewesen als das Recht unserer Vorfahren.“

Wie ein hungriger Wolf meint er die momentane Schwäche Russlands zu spüren und ihm läuft angesichts des russischen Bodens regelrecht der Speichel im Mund zusammen:

Zitat:„Das Riesenreich im Osten ist reif zum Zusammenbruch. Und das Ende der Judenherrschaft in Russland wird auch das Ende Russlands als Staat sein. Wir sind vom Schicksal ausersehen, Zeugen einer Katastrophe zu werden, die die gewaltigste Bestätigung für die Richtigkeit der völkischen Rassentheorie sein wird.“

Nein, wird’s leider nicht. Aber im Moment weiß es der Führer ja noch nicht und schließt mit der vielbedeutenden Aussage ab:

Zitat: „Damit ziehen wir Nationalsozialisten bewusst einen Strich unter die außenpolitische Richtung unserer Vorkriegszeit. Wir setzen dort an, wo man vor sechs Jahrhunderten endete. Wir stoppen den ewigen Germanenzug nach dem Süden und Westen Europas und weisen den Blick nach dem Land im Osten. Wir schließen endlich ab die Kolonial- und Handelspolitik der Vorkriegszeit und gehen über zur Bodenpolitik der Zukunft.“

Und für die, die immer noch einen Zweifel hegen, ob Hitler Russland angegriffen hätte und warum er das getan haben sollte, seine eigene Antwort darauf:

Zitat: „Das politische Testament der deutschen Nation für ihr Handeln nach außen aber soll und muss für immer sinngemäß lauten:

Duldet niemals das Entstehen zweiter Kontinentalmächte in Europa! Seht in jeglichem Versuch, an den deutschen Grenzen eine zweite Militärmacht zu organisieren, und sei es auch nur in Form der Bildung eines zur Militärmacht fähigen Staates, einen Angriff gegen Deutschland und erblickt darin nicht nur das Recht, sondern die Pflicht, mit allen Mitteln, bis zur Anwendung von Waffengewalt, die Entstehung eines solchen Staates zu verhindern, beziehungsweise einen solchen, wenn er schon entstanden, wieder zu zerschlagen!“

Also die Alleinherrschaft und die Bodenfrage sind die Hauptziele des Herrn Hitler. Vielleicht könnte man noch einwenden, dass Hitler ein Idealist wäre und eigentlich den „gottlosen Bolschewismus“ auf dem Kontinent bekämpfen wollte:

Zitat: „1. Die heutigen Machthaber Russlands denken gar nicht daran, in ehrlicher Weise einen Bund einzugehen oder ihn gar zu halten.
Man vergesse doch nie, dass die Regenten des heutigen Russlands blutbefleckte gemeine Verbrecher sind, dass es sich hier um einen Abschaum der Menschheit handelt, der, begünstigt durch die Verhältnisse in einer tragischen Stunde, einen großen Staat überrannte, Millionen seiner führenden Intelligenz in wilder Blutgier abwürgte und ausrottete und nun seit bald zehn Jahren das grausamste Tyrannenregiment aller Zeiten ausübt. Man vergesse weiter nicht, dass diese Machthaber einem Volk angehören, dass in seltener Mischung bestialische Grausamkeit mit unfasslicher Lügenkunst verbindet und sich heute mehr denn je berufen glaubt, seine blutige Unterdrückung der ganzen Welt aufbürden zu müssen. Man vergesse nicht, dass der internationale Jude, der Russland heute restlos beherrscht, in Deutschland nicht einen Verbündeten, sondern einen zu gleichem Schicksal bestimmten Staat sieht. Man schließt aber keinen Vertrag mit einem Partner, dessen einziges Interesse die Vernichtung des anderen ist. Man schließt ihn vor allem nicht mit Subjekten, denen kein Vertrag heilig sein würde, da sie nicht als Vertreter von Ehre und Wahrhaftigkeit auf dieser Welt leben, sondern als Repräsentanten der Lüge, des Betruges, des Diebstahls, der Plünderung, des Raubes. Wenn der Mensch glaubt, mit Parasiten vertragliche Bindungen eingehen zu können, so ähnelt dies dem Versuche eines Baumes, zum eigenen Vorteil mit einer Mistel ein Abkommen zu schließen.

2. Die Gefahr, der Russland einst unterlag, ist für Deutschland dauernd vorhanden. Nur der bürgerliche Einfaltspinsel ist fähig, sich einzubilden, dass der Bolschewismus gebannt ist. Er hat in seinem oberflächlichen Denken keine Ahnung davon, dass es sich hier um einen triebhaften Vorgang, d.h. den des Strebens nach der Weltherrschaft des jüdischen Volkes, handelt, um einen Vorgang, der genauso natürlich ist wie der Trieb des Angelsachsen, sich seinerseits in den Besitz der Herrschaft dieser Erde zu setzen. Und so, wie der Angelsachse diesen Weg auf seine Art verfolgt und den Kampf mit seinen Waffen kämpft, so eben auch der Jude. Er geht seinen Weg, den Weg des Einschleichens in die Völker und des inneren Aushöhlens derselben, und er kämpft mit seinen Waffen, mit Lüge und Verleumdung, Vergiftung und Zersetzung, den Kampf steigernd bis zur blutigen Ausrottung der ihm verhassten Gegner. Im russischen Bolschewismus haben wir den im zwanzigsten Jahrhundert unternommenen Versuch des Judentums zu erblicken, sich die Weltherrschaft anzueignen, genauso, wie es in anderen Zeitperioden durch andere, wenn auch innerlich verwandte Vorgänge dem gleichen Ziele zuzustreben suchte. Sein Streben liegt zutiefst begründet in der Art seines Wesens. So wenig ein anderes Volk von sich aus darauf verzichtet, dem Triebe nach Ausbreitung seiner Art und Macht nachzugehen, sondern durch äußere Verhältnisse dazu gezwungen wird oder durch Alterserscheinungen der Impotenz verfällt, so wenig bricht auch der Jude seinen Weg zur Weltdiktatur aus selbstgewollter Entsagung ab oder weil er seinen ewigen Drang unterdrückt. Auch er wird entweder durch außerhalb seiner selbst liegende Kräfte in seiner Bahn zurückgeworfen, oder all sein Weltherrschaftsstreben wird durch das eigene Absterben erledigt. Die Impotenz der Völker, ihr eigener Alterstod, liegt aber begründet in der Aufgabe ihrer Blutsreinheit. Und diese wahrt der Jude besser als irgendein anderes Volk der Erde. Somit geht er seinen verhängnisvollen Weg weiter, so lange, bis ihm eine andere Kraft entgegentritt und in gewaltigem Ringen den Himmelsstürmer wieder zum Luzifer zurückwirft. Deutschland ist heute das nächste große Kampfziel des Bolschewismus. Es bedarf aller Kraft einer jungen missionshaften Idee, um unser Volk noch einmal emporzureißen, aus der Umstrickung dieser internationalen Schlange zu lösen und der Verpestung unseres Blutes im Innern Einhalt zu tun, auf dass die damit frei werdenden Kräfte der Nation für eine Sicherung unseres Volkstums eingesetzt werden können, welche bis in fernste Zeiten eine Wiederholung der letzten Katastrophen zu verhindern vermag. Verfolgt man aber dieses Ziel, so ist es ein Wahnsinn, sich mit einer Macht zu verbünden, die den Todfeind unserer eigenen Zukunft zum Herrn hat. Wie will man unser eigenes Volk aus den Fesseln dieser giftigen Umarmung erlösen, wenn man sich selbst in sie begibt? Wie dem deutschen Arbeiter den Bolschewismus als fluchtwürdiges Menschheitsverbrechen klarmachen, wenn man sich selbst mit den Organisationen dieser Ausgeburt der Hölle verbündet, sie also im Großen anerkennt? Mit welchem Rechte verurteilt man dann den Angehörigen der breiten Masse ob seiner Sympathie für eine Weltanschauung, wenn die Führer des Staates selbst die Vertreter dieser Weltanschauung zum Verbündeten wählen?
Der Kampf gegen die jüdische Weltbolschewisierung erfordert eine klare Einstellung zu Sowjetrussland. Man kann nicht den Teufel mit Beelzebub austreiben.“

Was beweist Hitler mit solcherlei Aussagen: Sein Unvermögen von Fehlern anderer zu lernen, seine geschichtliche Unkenntnis und Ignoranz auch in Bezug auf die Geopolitik, seine Unkenntnis über die Verhältnisse in damaligem Russland, denn bereits damals haben sich zwei verschiedene Richtungen des Bolschewismus entwickelt:
– der National-Bolschewismus Stalins und
– der International-Bolschewismus Trotzkis
Bereits damals ist der Kampf zwischen diesen Richtungen entbrannt. Das russische Volk hatte sich ebenfalls gewehrt gehabt und brauchte keinen Hitler dazu, außer vielleicht in friedlicher Absicht.

Es scheint so zu sein, dass Hitler seine Kenntnisse über Russland und England gerade aus der ihm so verhassten „jüdischen Presse“ bezogen hatte. Und aufgrund dieser seiner Kenntnisse wollte er doch die Weltpolitik machen. Es ist ja klar, dass er danach für England eine leichte Beute darstellte und für das Chaos auf dem Kontinent ausgenutzt wurde.

Außerdem steht für uns die Frage im Raum, ist denn Hitler tatsächlich um den Welt-Judentum und seine Kampf um die Macht gegangen? Warum erwähnt er dabei nicht die Rotschilds und ihre Herren die Baruchs mit ihren unglaublich großen Kapitalien, die diese der ganzen Welt in hunderten von Jahren abgeschöpft haben. Nicht die „Standard Chartered Bank“, die Bank der Banken, die im Jahre 1613 von den Baruchs gegründet wurde und bis heute in keiner der Ratinglisten der Banken auftaucht, weil sie auf Platz 0 der Weltrangliste steht, die geheime Bank der Banken eben.

Warum also Russland? Ja, ganz einfach, weil es dort reichlich an Boden gibt und man sich auf kosten Russlands vorerst einmal wunderbar verproviantieren könnte. Das ist also Hitlers einziger Grund.

Hitler wusste nicht, dass mit diesen seinen Worten, gesprochen und aufgeschrieben 1923-1924, und seinem endgültigen Entschluss auch in Zukunft gegen Russland vorzugehen, er sein eigenes und das Schicksal Deutschlands bereits besiegelt hatte. Weiter hat die Geschichte allein gesprochen.

Zur Sache Viktor Suworow

Einer der hochgestellten amerikanischen Geheimdienstler hatte einmal gegenüber Alexander Dugin in etwa folgenden Gedanken geäußert, dass die frühere Elite so vorgegangen ist, dass sie den Menschen die breiten Informationen vorenthalten hatte, dass man es aber heutzutage nicht mehr auf die gleiche Art und Weise handhaben würde. In der heutigen Zeit sind oder werden alle Informationen offen werden. Eine ganze Flut an Informationen wird über die Menschheit hereinbrechen. Ja, aber den Schlüssel dazu, meinte der Amerikaner, würden nur die Auserwählten haben.

Man hat also alles Mögliche an Informationen und darf sich über allen möglichen Quatsch (wie z.B. Stalin würde Hitler angegriffen haben, Hitler hätte in Bezug auf Russland friedliche Absichten gehabt) auslassen. Nur den Schlüssel (in unserem Falle die Geopolitik) hätte man nicht dazu, um diese Informationen auch entsprechend einzuordnen und auf dieser Grundlage an sich zu bewerten.

Jedem, der diesen Schlüssel in Bezug auf Hitler hat, wird auch klar sein, dass England Hitler aufgebaut hatte, England ihn von Anfang an finanziert hatte. Dass A. Sutton, der die Wall Street Boys und „Skull & Bones“ beschuldigt, selber ein englischer Agent sein müsste, der mit seinen Büchern von dem wahren Schuldigen nur ablenken möchte und dabei die beschuldigt, die doch höchstens nur ausführende Organe sein konnten. Höchstens haben diese und die anderen Instanzen (wie z.B. die Schweiz) nur das Geld weitergeleitet bzw. an den Machenschaften Englands mitverdient gehabt, denn natürlich würde kein Wall Street Boy ein solches Geschäft mit England, Deutschland oder Russland sich entgehen lassen. Das Geld stinkt eben nicht.

In dieselbe Reihe gehört auch Suworow-Resun. Er ist ein englischer Agent aus London, Überläufer aus den Reihen des russischen Geheimdienstes, der seine Bücher unter Anleitung von MI6 (möglicherweise um sein Leben) geschrieben hatte.

Dazu stelle ich eine Einleitung aus dem Buch von A.I. Isaew „Anti-Suworow. Die großen Lügen des kleinen Mannes“ als Übersetzung rein. Bücher zu Suworow, die seine Lügen Punkt für Punkt offenlegen bzw. widerlegen und zur Geschichte seines Verrats Informationen geben, gibt es an sich sehr viele. Falls jemanden zusätzliche Informationen dazu interessieren, müsste man ein extra Artikel darüber verfassen. Hier stelle ich, wie gesagt, nur den einleitenden Text des Buches rein, aus dem über Suworow aber bereits einiges klar wird.
Warum so unverschämt lügen?

Das Wissen vom Kriege ist sehr einfach,… dadurch wird das Können nicht zugleich sehr leicht. C. Clausewitz

„Verzeihen Sie mir. Wenn es Ihnen nicht einfach fällt, mir zu verzeihen, lesen Sie diese Zeilen nicht weiter, verfluchen Sie mich und mein Buch, ohne es zu lesen.Desgleichen machen Viele. Ich habe zum Schlage auf das unserem Volke Heiligste ausgeholt, auf das einzige Heiligtum, nämlich das Andenken an den Krieg, den man den „großen vaterländischen“ nennt. Ich nehme diesen Begriff in die Anführungszeichen und ich schreibe ihn klein.Verzeihen Sie mir… („…denn meine MI6-Auftraggeber wollen es so…“ – iron. Anm. d. Übers.)

Mein Innenleben ist zum Erliegen gekommen, meine Seele ist regungslos (fürwahr, der normale Seelenzustand eines Verräters, Lügners, Überläufers, Feiglingen – Anm. d. Übers.), mein Gehirn von den Nummern der Divisionen übervoll. Ein solches Buch könnte man nicht lange mit sich herumtragen. Dieses Buch muss man zu Papier bringen. Aber man müsste dafür auch sein Land verlassen. Dazu müsste man zum Verräter werden (das wichtigste Verhaltensprinzip eines Verbrechers, sage zu Allem die Wahrheit, außer zu dem wichtigsten Punkte, und zwar zu dem, der dich in der Sache überführen könnte – Anm. d. Übers.)…“

Diese Worte von Wladimir Bogdanowitsch sind aus der Anleitung zum „Eisbrecher“ genommen(Suworow, W.B. „Eisbrecher. Wer hatte den Zweiten Weltkrieg vom Zaun gebrochen? Moskau, Neue Zeit, 1992). W. Suworow zerreißt seine Kleider, bestreut seinen Kopf mit der Asche, in irgendeiner Art von Extase nennt er sich selbst einen Verräter, Schuften und überhaupt schlechten Menschen, der nicht mal den eigenen Vater geschont habe. Er will uns sagen, ich wollte nicht, aber ich musste. Man musste der Welt die Wahrheit sagen, die Decke runterreißen und der ein wenig verblüfften Weltöffentlichkeit den wahrhaft Schuldigen, den wahren Auslösers des Zweiten Weltkriegs präsentieren. Sogar zum Verräter hätte man dazu werden müssen.

Ich muss zugeben, ich stelle mir nicht das Ziel, meine Einschätzung des Verhaltens und der Taten des englischen Publizisten Wladimir Bogdanowitsch Resun, der unter dem Pseudonym Wiktor Suworow schreibt, abzugeben. Es bleibt letztendlich nicht meine Sache. In diesem Buch werde ich die Werke Wladimir Bogdanowitschs, ihre Beweisbasis und ihr Niveau einzuordnen versuchen und außerdem die Frage beantworten, ob man für diese Bücher jene Taten zu begehen hätte brauchen, über die er uns so herzzerreißend in seinem Vorwort zum „Eisbrecher“ berichtet. Wir werden uns mit der Art der Forschungsmethoden und Arbeitstechnologien befassen, die Wladimir Bogdanowitsch für die Konstruktion seiner Beweise verwendet. W. Suworow behauptet von den ersten Seiten seiner Bücher an, dass er auf die offenen sowjetischen Quellen sich stützten würde, die jeder Interessierte nachprüfen, die „Funde“ des Publizisten-Neulings Resun also auf ihre Richtigkeit nachprüfen könnte. Die Frage ist, ob auch viele der Leser von „Eisbrecher“ und „Tag M“ sich dazu auch entschließen konnten, die vorgetragenen Zitate mit den Primärquellen zu vergleichen? Ich fürchte, nur eine Handvoll. Die Mehrheit hatte die Ehrlichkeit und Richtigkeit des Zitierens und das richtige Verständnis der in den Kontext eingebetteten Zitate nicht nachgeprüft und einfach so hingenommen.

Seinerzeit ist ein mein Freund bei mir vorbeigekommen, um die Neuheiten meiner Bibliothek sich anzuschauen. Nach und nach ist unser Gespräch auf W. Suworow und seine „epochalen“ Werke gekommen. Eigentlich, war es die Fortsetzung eines seit langem andauernden Streites. Deshalb, um nicht das leere Stroh zu dreschen, habe ich mich einfach zum Regal begeben, auf dem die Werke Wladimir Bogdanowitschs sich befanden und habe meinem Freund angeboten, auf gut Glück eine beliebige Seite eines jeden der Bücher W. Suworows aufzuschlagen, dabei behauptend, dass ich in diesem beliebigen Teil des Textes immer eine oder mehrere Entstellungen der Tatsachen oder der zitierten Erinnerungen, Memoiren oder Bücher ihm nachweisen werde. Voller Zweifel darüber hatte er aus „Eisbrecher“ des Jahres 1992 die Seite 202 aufgeschlagen. Lange suchen musste ich nicht, denn einige, um es milde auszudrücken, Entstellungen des Sachverhaltes sind mir sofort im ersten Absatz aufgefallen. Wladimir Bogdanowitsch schreibt:

„Oberst S. E Chwalej (zu der Zeit Stellvertreter des Kommandeurs der 202. Motorisierten Division des 12. Mechanisierten 246 Korps der 8. Armee): „In der Nacht zum 18. Juni 1941 rückte unsere Division zu Feldübungen aus.“ (Sammelband „An der Nordwest-Front“, S. 310)

An derselben Stelle spricht der Oberst davon, dass es sich „auf diese Weise ergab, dass die Einheiten der Division zu Kriegsbeginn direkt hinter den Grenzposten lagen, das heißt in unmittelbarer Nähe der Staatsgrenze.“

Anscheinend ist dem Leser alles klar – die Division hatte man gerade zur Grenze vorgebracht. Offenbar im Laufe der Vorbereitung für den Angriff auf Deutschland. Der Leser bekommt damit den nächsten Beweis für die Theorie Wladimir Bogdanowitschs. Der Leser glaubt Wladimir Bogdanowitsch aufs Wort. Der Leser wird die angegebenen Erinnerungen nicht durchsuchen, um das Zitat zu überprüfen. Sollte er aber tun.

Die Sache sieht nämlich folgendermaßen aus, dass auf der bezeichneten Seite 310. des angegebenen Buches das Folgende geschrieben steht:

„Als die Abteilungen unseres Artillerieregiments an diesem Tag während einer Feldübung ihre Feuerstellung gewechselt haben, sie dabei plötzlich an die Kampfordnungen der Motorinfanterie der Deutschen geraten sind. Als also die Truppen der Deutschen unsere Grenzwachen und die Teile der 125. Schützendivision an der Grenze bereits zermalmt hatten und in breiter Anordnung schnell in Richtung unserer Division vorgerückt sind, unsere Artilleristen bereits aus nächster Nähe auf die Motorrad- und Panzereinheiten der Deutschen das Feuer eröffnen mussten“

Das war es. Die 202. Division stand nicht hinter den Grenzsoldaten. Die Deutschen zermalmten die Grenzwachen und die Teile der 125. Schützendivision und sind erst danach mit der 202. Division zusammengestoßen. Außerdem, der Oberst beschreibt ganz genau die Grenzlinie der Aufstellung der Division: Kelme – Krazhaj. Der verehrte Leser, seien Sie nicht faul, die Karte her zu nehmen und sich anzuschauen, inwiefern es an der Grenze war (Litauen, ca. 90 km von der Grenze zum Kaliningrader Gebiet entfernt – Anm. d. Übers.). Ob man sich den Kopf mit den Nummern von Divisionen vollzustopfen braucht, wenn man nicht mal imstande ist, die Quellen richtig zu zitieren? Oder vielleicht sind es gar keine Fehler?Kann es nicht sein, dass dies eine bewusste Verzerrung von Informationen ist? Dem Schreiber ist doch klar, dass die Mehrheit seiner Leser die Aussagen des Autors nicht nachprüfen würde. Die Mehrheit der Leser hat dazu nicht mal die Möglichkeit. Und der Leser wird Wladimir Bogdanowitsch eben aufs Wort glauben. Der arme Leser!

Das Buchseiten-Spiel ist damit aber nicht zu Ende gegangen. Als nächste Seite war 232 gewählt worden. Und wieder stoßen wir auf eine Verdrehung der Tatsachen:

„So haben sich denn unter dem Schutz des TASS-Kommuniqués die Generalstabsoffiziere an der Spitze von Armeen und in einem Falle sogar an der Spitze einer Front heimlich an die deutschen Grenzen begeben und sämtliche inneren Militärbezirke der Willkür des Schicksals (und des NKWD) überantwortet.“

Obwohl zum 22. Juni 1941 die Schützenbataillone OrWO, SibWO und die Division ArchWO sich nicht von der Stelle bewegt haben. Der bedeutende Teil der Divisionen UrWO und PriWO nicht in den Eisenbahnwagen ihre Plätze eingenommen hatten.Wird von Wladimir Bogdanowitsch trotzdem ein paar Seiten zuvor das folgende Beispiel dafür gebracht:

„Die 19. Armee besteht aus sämtlichen Truppen und Stäben des Militärbezirks Nordkaukasus. Der Befehlshaber dieses Militärbezirks, Generalleutnant I. S. Konew, hatte alle Truppen seines Militärbezirks in der 19. Armee zusammengefasst, war an die Spitze dieser Armee getreten und heimlich in Richtung Westen aufgebrochen, und wieder blieb der Militärbezirk ohne jegliche militärische Kontrollorgane zurück.“

Konew selbst beschreibt die Tatsachen so: „Als Befehlshaber der Truppen des Nordkaukasischen Militärbezirkes, habe ich das Kommando über die 19. Armee übernommen“ (Konew, I.S. „Aufzeichnungen eines Frontoberbefehlshabers“, Moskau, 2000. S. 36). Zur Zeit des Kriegsanfanges, am 22. Juni, befand sich Iwan Stepanowitsch in Rostow am Don, im Stab des Militärbezirks. (S. 38-39) Aber auch hier würde der einfache Leser die Aussagen Wladimir Bogdanowitschs nicht nachprüfen.

In den Zeitungsartikeln erhöht sich die Anzahl der Entstellungen, Verzerrungen und Unwahrheiten seitens W. Suworow je Drucktexteinheit. Zum Beispiel, das Interview Wladimirs Bogdanowitschs mit dem Korrespondenten der Zeitung „Moskowski Komsomolez“ M. Deutsch am 29. April 2000. Ich zitiere:

„Wie viele Armeen hatten wir zum Juni 1941? Es gibt keine Zahlen. Wie viele an mechanisierten Bataillonen? Zu lesen ist nur: „ein paar“. Wie groß waren unsere Luftlandetruppen? Total unklar. Es gibt nicht einmal genaue Zahlen, was die Anzahl der Militärbezirke und keine Informationen darüber, wer diese befehligte.“

Alle diese Zahlen zum 1. Juni 1941 kann man leicht dem 3. Band des 12-bändigen Werkes „die Geschichte des Zweiten Weltkriegs“ in der Ausgabe der 70-er Jahre entnehmen, die im Übrigen in der Bibliografie von „Eisbrecher“ angegeben ist. Die Informationen über die Befehlshaber der entsprechenden Militärbezirke kann man ebenso leicht der „Sowjetischen Militärenzyklopädie“ entnehmen, die seltsamerweise ebenso in die Bibliografie der Bücher von W. Suworow Eingang gefunden hat. So wie es aussieht, wurden die Nummern der Divisionen und der Armeen, die das Gehirn Wladimirs Bogdanowitschs nach seiner eigenen Aussage überfüllt haben, zu einem nicht mehr verdaubaren Einheitsbrei vermischt. Wenn man nicht mal die Bücher aus der Bibliographie seines eigenen Werkes gelesen hatte, dann würde eine solche Aussage den Leser natürlich nicht mehr verwundern:

„Ich suchte. Es war eine todlangweilige, nerventötende Suche“.

Man füllt sich sofort an die Krylows Fabel über den Affen und die Brillen erinnert (http://www.epoche-napoleon.net/werk/krylow-ia/gedichte/der-affe-und-die-brillen.html). Aber unser Ostap (Ganove Ostap Bender aus dem Roman „Zwölf Stühle“ von I. Ilf, J. Petrow aus dem Jahre 1928) kennt einfach keinen Halt mehr:

„Stalin bereitet sich auf den Angriff vor. 63 Panzerdivisionen und dabei kein einziges Pionierbataillon!“

Wladimir Bogdanowitsch, vorsichtig ausgedrückt, machte auch hier einen Fehler. Die Ingenieurtruppen waren in der Roten Armee zum 22. Juni 1941 gewiss vorhanden. Wenn W. Suworow gerade die Pionierbataillone interessieren, so waren es 20 gesonderte und dazu noch eines in jeder Schützendivision. Beispielsweise, war es in der Schützendivision, in der der Vater unseres Helden, Bogdan Wassiljewitsch Resun, diente, also der 140. Schützendivision des 36. Schützencorps der 5. Armee der Südwestfront, das 199. Pionierbataillon. (Siehe „das Verzeichnis № 5 der Schießdivisionen, Gebirgsjägerdivisionen, motorisierter Infanteriedivisionen der operierenden Armee in den Jähren des Großen Vaterländischen Krieges der Jahre 1941-1945 Jahre“).

Es stellt sich also die berechtigte Frage: warum wurde solch, um es milde auszudrücken, unzuverlässiger und in den von ihm untersuchten Fragen so unerfahrene Mensch überhaupt so populär? Die Popularität W. Suworows ist die Popularität von primitiven Hollywoodmelodramen und -thrillern. Er versucht nicht, den Leser abzuholen und zu begleiten, um ihm mit der einfachen Sprache komplizierte Zusammenhänge zu erklären. Wladimir Bogdanowitsch fällt auf das Niveau einfacher Erklärungen für komplizierte Erscheinungen herab.Manchmal ahmt W. Suworow die Märchen nach, auf den Seiten seiner Bücher begegnen wir dem Zauberschwert auf dem neuen technischen Niveau – die Wunderpanzer und die Wunderflugzeuge. Wir werden der Todesstelle, der verwundbaren Stelle des unsterblichen Koschtschei (Gestalt der russischen Mythologie – Anm. d. Übers.) begegnen, in deren Rolle die Erdölfelder der rumänischen Stadt Ploieşti auftreten werden. Zuletzt begegnen wir dem Ring der Macht, den die tausend neuen Jagdbomber mit dem fünfer Motor darstellen werden. Also anstelle der real handelnden Personen und Ereignisse unserer und der weltweiten Geschichte hatte Wladimir Bogdanowitsch sich Helden als eine seltsame Mischung aus den Volksmärchen, den Bestsellern vom Bahnhofsverkaufsstand und der „Episode N“ der „Star Wars“ ausgedacht und mit seinen Büchern dem Leser vorgestellt.

Auf dem wissenschaftlichen Niveau werden nicht mal publizistische Arbeiten in solcher Technik ausgeführt. Die traditionelle Methodologie der Forschung sieht die Betrachtung aller vorhandenen Daten vor. Die Tatsachen, die der Theorie widersprechen, sollen verständlich erklärt und interpretiert werden. Die Beanstandung des Vorgehens von Wladimir Bogdanowitsch, ist nicht in der Art des Hinweises auf die kleinen Mängel gerichtet an einen großen Historiker, sondern die Kritik an der Methodologie seiner Beweiskonstruktion, die sich auf die Demagogie und das Verdrehen von Tatsachen stützt.Korrekt bewiesene, wenn auch die der offiziellen Historiografie unangenehmen Theorien werden in den wissenschaftlichen Kreisen viel ruhiger wahr- und angenommen. Das Problem liegt darin, dass in Bezug auf die Popularität die wissenschaftlichen Arbeiten gegenüber den Bestsellerwerken im Taschenbuchformat gerade infolge ihrer Wissenschaftlichkeit und Ernsthaftigkeit verlieren.Anders geht es auch nicht. Die historische Wissenschaft, ungeachtet der Abwesenheit der spezifischen Symbole wie das mathematische Integral- oder das Summenzeichen, ist aber eine nicht weniger komplizierte Wissenschaft, die ein nachdenkliches und ernstes Herangehen und bestimmte professionelle Fertigkeiten erfordert. Daran konnte ich mich nach meiner eigenen Erfahrung selbst überzeugen, indem ich mehrere Jahre für das Studium der Gesetze der operativen Kunst, der Methoden der historischen Forschung, der Dokumente und der Bücher von jenem Krieg aufgewendet habe. Der Text, der hiermit dem Leser vorliegt, ist nicht nur der Polemik mit W. Suworow gewidmet, sondern es ist der Versuch, eine Art Enzyklopädie des Krieges zu schreiben, um meinem Leser das grundlegende Wissen über die Prinzipien der Kampfführung und die Anwendung von Waffen und kampftechnischem Gerät zu erklären.

(A.I. Isaew „Anti-Suworow. Die großen Lügen des kleinen Mannes“)
Man braucht aber auch keine von A.I. Isaew erwähnten militärischen Prinzipien kennen, um zu verstehen, dass jede kampffähige Armee eines jeden Landes wie Angriffs- als auch Verteidigungspläne in Bezug auf seine Nachbarländer hat. Wer solches leugnen würde, würde einfach seine Unkenntnis in Bezug auf die Realpolitik beweisen. Aber es ist doch eine Sache diese Pläne zu haben und eine ganz andere diese auch aggressiv umzusetzen, wie von Hitler gehandhabt.

Des Weiteren stelle ich zu dem Thema meine Übersetzung aus dem Buch von Nikolaj Starikow „Wer zwang Hitler Stalin anzugreifen“ Warum die Geschichte des Zweiten Weltkrieges bis heute voller Rätsel ist.

„Dieser Krieg wird zum Ende aller Kriege. Der nächste auch.“
David Lloyd George, Ministerpräsident Großbritanniens

„Ich musste mich mit der Geschichten von Kriegen viel beschäftigen, und zu allen Zeiten stellte ich fest: die Zeitgenossen verlegten den Krieg in eine unbestimmte Zukunft, während dieser sich bereits an den Schwellen ihrer Länder befand.“
Carl von Clausewitz

In den Jahren seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges ist fürwahr eine Unzahl von Büchern dazu erschienen. Es müssen also demnach keine weißen Flecken in dem blutigsten Konflikt der menschlichen Geschichte noch verblieben sein. In Wirklichkeit trifft das Gegenteil davon zu. Die Historiker haben die genaue Anzahl an Panzern, Kanonen, Soldaten und Flugzeugen der kämpfenden Seiten sorgfältig ausrechnet, konnten aber auf die einfachsten Fragen keine Antworten geben. Solcher Art unpassende Fragen treten bei der Lektüre beliebiger Bücher, die dieser Periode der Geschichte gewidmet sind, sofort zutage. Man braucht nur, ihren Erklärungen zu einfachsten Fragen, die die Herrn Gelehrten und Publizisten uns anbieten, nachzugehen, damit ihre Haltlosigkeit uns sofort auffällt.

Auf der einen Seite solcher Unglücksforschungen können Sie erfahren, dass Adolf Hitler davon träumte, die ganze Welt zu erobern, und auf der nächsten Seite mit Erstaunen davon lesen, dass Deutschland zu diesem Krieg im September 1939 nicht bereit war. Die Deutschen wollten angeblich nur Polen angreifen und rechneten damit, dass England und Frankreich ihren Verbündeten nicht werden verteidigen wollen. Zu so einem großangelegten Krieg wären nämlich die Deutschen nicht bereit gewesen. Nach nur drei Wochen dieses ersten Krieges des Dritten Reiches, so die Historiker, sind der deutschen Wehrmacht die Fliegerbomben, und nach der Zerschlagung Frankreichs, die nur sechs Wochen gedauert hatte, alle übrigen Arten von Munition ausgegangen (Taylor A.J.P. The Second World War nach russischer Ausgabe „Der Zweite Weltkrieg zwei Sichtweisen“, 1995).

Erlauben Sie die Frage, ob man in der Lage so weit war, die Welt zu erobern? Dazu reichen die Munitionsvorräte für einen Zeitraum von 2-3 Monaten offenbar nicht aus. Auf der blauen Kugel gibt es zwar noch sehr viel Platz. Aber dieser Raum verträgt bekanntlich keine Leere. Um auf dem Territorium seine Herrschaft zu begründen, muss dort alle Fremdeinwirkung beseitigt werden. Welche Staaten waren zu der Zeit die Supermächte? Nicht Polen, mit dem Hitler zum Krieg bereit war. Die Hauptspieler auf der politischen Karte jener Zeit waren England, Frankreich, die USA. Und gerade zum Krieg gegen diese Länder ist Deutschland… nicht bereit.

Um in England landen oder die sich hinter dem Ozean befindenden Vereinigten Staaten von Amerika unterwerfen zu können, ist eine große Flotte notwendig. Und Hitler baute eine solche. Das Problem ist nur, dass das große Schiffsbauprogramm zur Mitte 1944 realisiert werden sollte (H. A. Jacobsen „World War II. The German view“ nach russischer Ausgabe „Der Zweite Weltkrieg zwei Sichtweisen“, 1995). Hitler sprach mehrfach vor seinen Seeleuten davon, dass der Krieg gegen England nicht vor diesem Datum anfangen sollte (Churchill W.S. The Second World War).

Warum hat sich Deutschland in den Krieg im Jahre 1939 hineinmanövrieren lassen, also vier Jahre früher als die vermutete Frist der endgültigen Bereitschaft dazu? Was für die seltsame Weise zur Eroberung der Welt der Führer des deutschen Reiches doch gewählt haben sollte? Die Regel ist doch, dass sich an einem Konflikt unvorbereitet zu beteiligen, die sicherste Weise darstellt, diesen Krieg zu verlieren. Warum hat also Hitler diesen Fehler begangen? Warum hat er angefangen zu kämpfen, obwohl er dazu nicht bereit war?

Jedoch hatte nur zwei Jahre später Adolf Hitler eine noch größere Dummheit begangen – er hat die Sowjetunion angegriffen. Am 22. Juni 1941 hatte der Countdown zum letzten Tage des Dritten Reiches eigesetzt. Ungeachtet der phänomenalen anfänglichen Erfolge des Krieges gegen die UdSSR, schritt Deutschland unaufhaltsam seiner Niederlage entgegen. Der Grund dafür: der Zweifrontenkrieg. Der gleichzeitige Kampf im Westen und im Osten bedeutete nach der allgemeinen Zustimmung der Historiker und der Militärs die unvermeidliche Zerschlagung der deutschen Wehrmacht. Wusste denn Adolf Hitler selbst nichts davon?

Er wusste es. Im Buch von Hermann Rauschning „Gespräche mit Hitler“ werden die Überlegungen des Führers zu allerlei Themen, einschließlich seiner Militärpläne, vorgelegt. Interessant, dass auf die Frage, was passieren würde, wenn England und Frankreich mit Russland sich verbünden würden, Hitler die eindeutige und lakonische Antwort gibt, das würde sein Ende bedeuten. Aber damit schließt der gesprächige Führer nicht das Thema, sondern meint, dass es dazu niemals kommen würde, da es ansonsten ja bedeuten würde, dass er ein Verlierer wäre, der umsonst seinen Posten besetzen würde (H. Rauschning „Gespräche mit Hitler“ russ. Ausgabe 1993).

Am 23. November 1939 spricht Hitler auf einer Besprechung vor den Oberbefehlshabern der Wehrmacht. Er legt seine Pläne dar, zieht Schlüsse. Dabei kommt immer wieder auf sein Lieblingsthema – den Ersten Weltkrieg und die Wichtigkeit der Vermeidung des Zweifrontenkrieges. Er meinte, im Jahre 1914 hätte man Krieg auf zwei Fronten geführt. Dieser hätte keine Lösung der Probleme gebracht.Heute würde der zweite Akt dieses Dramas geschrieben werden. Zum ersten Mal in 67 Jahren könnte man feststellen, keinen Krieg auf zwei Fronten führen zu müssen! Es wäre das geschehen, was wir seit 1870 (seit dem franko-preußischen Krieg – Anm. v. Starikow) für unmöglich gehalten hätten. Zum ersten Mal in der Geschichte müssten wir uns nur auf einer Frontlinie behaupten, von keiner der anderen Seiten würden wir im Moment in die Mangel genommen. Früher hätte man eine solche Lage für unerreichbar gehalten(Taylor A.J.P. The Second World War, nach russ. Ausgabe „Der Zweite Weltkrieg. Zwei Sichtweisen“, A.J.P. Taylor, H. A. Jacobsen, 1995).

Was ist denn dabei tatsächlich festzustellen? Eine unglaubliche Sache – der Führer verschlimmert die Lage bis zum Äußersten: mit England im Kriegszustand, greift er die UdSSR an! Das heißt, dass Adolf Hitler, der die Abwesenheit der zweiten Front für Deutschland nicht nur sehr gut versteht, der sich auch noch bewusst ist, dass einen solchen Zweifrontenkrieg zu gewinnen, nahezu unmöglich ist, eröffnet durch eigene Hand zu der bestehenden Westfront die Ostfront dazu.

Wie erklären denn die Historiker eine solch unlogische Tat des deutschen Oberhaupts? Auf die Weise, dass Hitler sich entschieden hätte, einen potentiellen Verbündeten der Engländer auf dem Kontinent aus dem Weg zu räumen.

Denken Sie über diese Worte kurz nach. Schauen Sie sich die Karte an. Rufen Sie sich die geschichtlichen Ereignisse ins Gedächtnis.

Um die volle Zerschlagung Englands zu erreichen, greift Hitler die UdSSR an!

Wenn die USA an dem Irak Anstoß nehmen, dann greifen sie doch auch den Irak an, und nicht z.B. Pakistan. Und würde auch kaum passieren, dass eine Drohung aus Teheran die Yankees mit Peking austragen würden. Wenn ein Staat eine Drohung für den anderen darstellt, dann wird gewöhnlich der Schlag auf den „Gegenstand der Beunruhigung“ ausgeführt. Ob es bei dieser Regel Ausnahmen gibt? Die gibt es tatsächlich. Dann werden zum Objekt eines Angriffes die nächsten Partner des Konkurrenten, ohne deren Hilfe dieser keine Bedrohung mehr darstellen würde.

Womit hatte die Sowjetunion Großbritannien im Jahre 1941 ausgeholfen? Versorgte sie England mit Waffen, der Ausrüstung, den Lebensmitteln oder den Rohstoffen? Nein. Das Einzige, was aus Moskau nach London übersendet wurde, waren die kommunistischen Grüße in die sowjetische Botschaft. Die Sowjetunion war kein Verbündeter Großbritanniens, hatte mit dem Land keine Verträge. Die UdSSR lieferte an die Engländer keine Waffen, gewährte kein Territorium zur Unterbringung der englischen Militärbasen. Und umgekehrt, wenn Deutschland in Europa kämpfte, hielt die Sowjetunion die vorhandenen Handelsvereinbarungen mit Berlin aufrecht, indem die Deutschen mit dem überlebenswichtigen Erdöl, dem Weizen und einer Menge anderen strategischer Rohstoffe versorgt wurden.

Die Folge davon, dass Deutschland sich mit den Engländern im Kriegszustand befand, war der Druck der englischen Meeresblockade, also die Unmöglichkeit, die Waren, die für die Militärproduktion nötig waren, zu kaufen und auf das eigene Territorium herüber zu transportieren. In dieser Situation dienten den Deutschen die guten Beziehungen zu Russland-UdSSR. Die Sowjetunion kaufte auf dem Weltmarkt die für die Deutschen notwendigen Rohstoffe ein und transportierte diese weiter durch das eigene Territorium unversehrt bis zu den deutschen Grenzen (Z.B. 100% der Lieferungen an Naturkautschuk liefen durch die UdSSR. Aber auch viele andere Waren, die Deutschland auf dem Weltmarkt nicht selbst beschaffen konnte). Und diese Rohstofflieferungen konnten durch die britischen U-Boote nicht versenkt, durch die englischen Flugzeuge nicht bombardiert werden. Welche Schlussfolgerung folgt daraus? Sehr einfache und offensichtliche: man braucht keine andere Supermacht, mit der man dazu noch einen Nichtangriffspakt hat und von der man mit Rohstoffen versorgt wird, anzugreifen, sondern den eigentlichen Gegner! Warum die Anzahl deiner Feinde unnötig erhöhen, die Anzahl aber, wenn doch nicht vollwertiger Freunde, so doch wohlwollende Neutralität achtender Partner verringern?

Aus irgendeinem Grunde hatte Adolf Hitler die UdSSR angegriffen, obwohl er den Krieg an zwei Fronten für sehr unheilvoll für Deutschland erachtete.

Damit, dass er die UdSSR zerschlagen haben würde, hoffte Hitler, die Engländer zum Frieden zu bewegen – kommen mit ihrem letzten Trumpf die Historiker. Da muss ich um Verzeihung bitten, aber liegt der kürzeste Weg nach London aus der Mitte Europas etwa durch Moskau? Natürlich nicht. Aus dem bereits okkupiertem Frankreich müsste man doch nur über den Ärmelkanal übersetzen. Warum sich also sich in die unübersehbaren russischen Weiten begeben, wenn man sich in Sichtweite des britischen Territoriums befindet? Das ist Unsinn. Von welchen Hoffnungen sprechen denn dann die Historiker, die Hitler in der Sache gehegt haben könnte?

Die Unhaltbarkeit solcher Erklärungen fällt z.B. heute sehr stark ins Auge. Diese war aber auch kurz vor dem Angriff auf unser Land offensichtlich. Zum Beispiel, für den Außenminister des faschistischen Italiens den Grafen Galeazzo Ciano. Er war nicht nur ein einfacher Minister der italienischen Regierung der damaligen Zeit gewesen, sondern war mit der Tochter von Mussolini verheiratet, also sozusagen ein „Mitglied der Familie“. Italien selbst bleibt im zukünftigen Konflikt nicht nur ein Beobachter, sondern wird gleich den Deutschen der Sowjetunion den Krieg erklären. Ciano hatte in seinem Tagebuch am 21. Juni 1941 folgendes aufgezeichnet:

„Den zahlreichen Merkmalen nach steht der Anfang der Operation gegen Russland bereits kurz bevor. Die Idee des Krieges gegen Russland ist an und für sich sehr populär, da die Zerschlagung des Bolschewismus zum wichtigsten Datum der Geschichte der menschlichen Zivilisation gehören soll. Aber als Symptom ist mir dieser Krieg nicht geheuer, weil er keinen vernünftigen und überzeugenden Grund hat. Die gewöhnliche Deutung in Bezug auf diesen Krieg ist, dass er aus Mangel an einer besseren Alternative geführt wird, also als der Versuch, einen Ausgang aus der verzwickten Lage zu finden, die trotz aller Erwartungen entstanden ist.„ (russ. Ausgabe „Der Zweite Weltkrieg. Zwei Sichtweisen“, A.J.P. Taylor, H. A. Jacobsen, 1995.)

Und solcherlei Zeugnisse gibt es nicht wenige an der Zahl. Es entsteht eine komische Situation: dem modernen Menschen, wenn man ihn fragt, ist es absolut klar, warum Hitler unser Land angegriffen hatte. Da braucht man nur jedem Beliebigen diese Frage zu stellen und Sie werden diese weit verbreiteten Versionen zu hören bekommen, die die Hitlertaktik erklären sollen. Woher diese Klarheit? Unsere Zeitgenossen haben Berge von Büchern über den Zweiten Weltkrieg gelesen und eben mithilfe dieser wurden ihnen diese Meinungen sehr intensiv aufgedrängt. Die Zeitgenossen der Ereignisse selbst aber, die hochgestellten und sehr informierten Politikern jener Zeit empfinden die Idee des Angriffes Deutschlands auf Russland als merkwürdig und ehe seltsam. Warum? Ja, weil sie nicht mehr als 60 Jahre lang von den Historikern eingetrichtert bekommen haben, dass es für Hitler eben keinen anderen Ausweg gab! Als Ergebnis stellen wir folgendes fest, dass den Zeitzeugen der 40-er Jahre des XX. Jahrhunderts ein solcher „Ausgang“ eher einem „Eingang“ zur Himmelspforte für das Dritte Reich erschienen ist, uns, Zeitgenossen, aber nach der Lektüre von Tonnen des historischen Buchmaterials dagegen als der einzig mögliche Ausweg.

Dazu noch waren viele Vertreter der politischen Elite des Dritten Reiches die absoluten Gegner des verhängnisvollen Angriffes auf die Sowjetunion. Einschließlich des Außenministers Joachim von Ribbentrop, der später in Nürnberg gehängt wurde. Er meinte nämlich:

„Russland ist kein potentieller Verbündeter der Engländer. England hat von Russland nichts zu erwarten. Die Hoffnung auf Russland wird England vom Untergang nicht bewahren. Durch den Krieg gegen Russland werden wir nicht die Hoffnungen Englands zerstören. Der deutsche Angriff auf Russland würde für die Engländer zum neuen Stimulus im moralischen Sinne. Sie würden diesen Angriff als einen Zweifel Deutschlands am Siege im Kampf gegen England auffassen. Dadurch würden wir nicht nur erkennen lassen, dass der Krieg noch lange dauern könnte, sondern hätten diesen auch in die Länge gezogen, anstatt zu verkürzen“. (Warnung Ribbentrops in Bezug auf den Russlandfeldzug vom 28.04.1941, russ. Ausgabe „Der Zweite Weltkrieg. Zwei Sichtweisen“, A.J.P. Taylor, H. A. Jacobsen, 1995.)

Warum hat das Oberhaupt Deutschlands das gemacht, was sogar seine Diplomaten für den größtmöglichen Fehler hielten? Diese Fragen sind nicht so naiv, wie es scheinen könnte. Da vor genau 130 Jahren vor Hitler genau denselben Weg in die englische Hauptstadt Napoleon im Begriff war einzuschlagen. Sein furchtbares Beispiel stand nämlich seit dem Jahre 1812 vor den Augen aller Militärs der Länder, die einen Krieg gegen die Russen zu planen hatten. Auch Hitler wusste vom Schicksal der napoleonischen Armee Bescheid. Und doch hat er sich entschieden, dieses zu wiederholen. Warum? Was doch für eine seltsame Strategie alle Hauptfeinde Englands anzuwenden pflegen? Verschiedener Nationalitäten, mit unterschiedlichen Parolen, andersartig von der Kraft her ausgestattet wählen sie doch aus irgendeinem Grunde wieder und immer wieder denselben Weg, der uns, Außenstehenden, als eine erkennbare Sackgasse erscheint?!

Warum gehen sie nach Moskau, und nicht nach London?

Anstelle einer Landung in Britannien geht die 600 tausend starke Armee Napoleons in unseren Schneelandschaften verloren. Man könnte doch vielleicht zumindest einen Versuch unternehmen können, eine Landung durchzuführen? Es würden dabei möglicherweise um die zweihundert tausend Mann versunken sein, so hätten doch die übrigen Soldaten die Britischen Inseln wie eine Teppichbahn vor den Füßen des französischen Kaisers ausgerollt gehabt. Aus dem Russlandfeldzug aber kam überhaupt nichts heraus.

Das, was Hitler seinerseits angestellt, geht noch mehr ins Lächerliche. Im Sommer 1940 nach der Zerschlagung Frankreichs beginnt er, Britannien mit den Flugzeugen anzugreifen. Diesem kurzzeitigen Lufteinsatz gibt man den Titel „die Schlacht um England“, womit dieser auch in die Geschichte eingeht. Diesen haben bekanntlich die Engländer gewonnen. Warum? Weil die Deutschen nicht alle Luftkräfte zum Einsatz gebracht haben. Genauer gesagt, man sparte an Flugzeugen. Die deutsche Luftflotte erlitt in jenen Kämpfen größere Verluste, als die Engländer, das ist eine Tatsache. Aus diesem Grunde, wie wir aus den Lehrbüchern erfahren können, haben die Überfälle auf England nahezu aufgehört. Britannien hat standgehalten.

Wozu die Deutschen ihre Luftflotte bewahrt haben, könnte man in denselben Lehrbüchern nachlesen. Wissen Sie, warum? Da sie die Jagdflugzeuge und die Bomber für den bevorstehenden Russlandfeldzug benötigten. Deshalb durften diese zu dem Moment gegen die Engländer nicht eingesetzt werden, um damit ihre Flugplätze, ihre Städte und die Häfen zu bombardieren, um die britischen Flugzeuge in der Luft oder am Boden zu bekämpfen. Es war vonnöten, die Luftflotte der Deutschen zu bewahren, sonst blieben ja für den Russlandfeldzug zu wenig an Piloten und Flugzeugen übrig, sodass Russland nicht schnell genug zu zerschlagen wäre.

Warum Russland demolieren, fragen Sie sich? Um England zu unterwerfen natürlich, das wird doch wohl klar sein. (Z.B. im Tagebuch von General Halder können wir nachlesen: „Die Belagerung Englands kann nur nach einem erfolgreichen Ostfeldzug, mit ausreichenden Kräften ausgestatten, stattfinden, nachdem also die Luftwaffe durch frische Kräfte aufgestockt und vergrößert sein werde.“ Eintrag am 13.09.1941, nach russ. Ausgabe „Der Zweite Weltkrieg. Zwei Sichtweisen“, A.J.P. Taylor, H. A. Jacobsen, 1995.)

In den Memoiren Churchills sehen wir denselben Unsinn:

„Die Vorbereitung zum Überfall auf Russland … hat den bedeutenden Teil der deutschen Luftstreitkräfte gebunden. An den zahlreichen Überfällen aus der Luft, denen wir uns ausgesetzt sahen … nahmen deswegen nicht alle Kräfte der deutschen Luftwaffe teil.“ (Churchill W.S. The Second World War)

Und auf anderen Seiten seiner Memoiren berichtet uns Churchills vom Gegenteil:

„Er (Hitler – Anm. v. Starikow) will den russischen Staat deswegen zerstören, weil er im Falle eines Erfolges darauf hofft, seine Armee- und Luftkräfte aus dem Osten auf unsere Insel zu werfen, die er, wie es ihm auch bekannt ist, auf jeden Fall erobern müsste, denn ansonsten würde er der gerechten Strafe für seine Verbrechen nicht entgehen können. Sein Überfall auf Russland ist nur das Präludium zum Versuch eines Überfalls auf die Britischen Inseln.“ (Churchill W.S. The Second World War)

Eine seltsame Weise, Großbritannien zu unterwerfen, wählt der Herr Hitler – zuerst, keinen Sieg über England in Sicht, greift er die UdSSR an, aber nur dafür, um … später wieder Großbritannien anzugreifen! Warum nicht ohne Wenn und Aber gleich einmal alle Kräfte gegen die Engländer werfen? Warum der Angriff auf die UdSSR, um sich doch später vor dem Ärmelkanal wiederzufinden, aber ohne die Flotte, die fähig wäre, die englische zu neutralisieren? Die Historiker mögen solche Art von Fragen nicht.

Das Ende bei allen abenteuerlichen Vorhaben der englischen Feinde ist aber immer ein und dasselbe. Nach nur drei Jahren nach dem Angriff auf Russland verschwindet Großes Frankreich Napoleons von der Weltkarte, nach weniger als vier Jahren erwartet dasselbe Schicksal das Große Reich Hitlers.

Wenn die Staatsoberhäupter, an deren Vernunft man gar keine Zweifel haben sollte (denn nur außergewöhnliche und begabte Menschen würden es schaffen, die Macht im Staate in die eigene Hand zu nehmen) die selbstmörderischen Taten begehen, die ihre Imperien zum auf die gleiche Art und Weise schnellen Zerfall bringen, so kommt einem doch ein aufrührerischer Gedanke in den Sinn. Dass nicht diese Politiker die kurzsichtigen Dilettanten, sondern die zeitgenössischen Politiker und Historiker uns einen Teil der Informationen vorenthalten, auf deren Grundlage sowohl Napoleon, als auch Hitler den Weg ins Jenseits für sich und ihre Staaten gewählt haben müssten?

Wobei, wie es scheint, man uns ausgerechnet das Wichtigste vorenthält. Was können das für Informationen sein?

Nicht nur das Verhalten des Oberhaupts Deutschlands erscheint uns geheimnisvoll. Nicht weniger ist es auch das der britischen, französischen und amerikanischen Politiker. Es reicht allein zu erwähnen, dass im Ersten Weltkrieg zerschlagenes Deutschland vollständig entwaffnet war. Im Zweiten Weltkrieg aber kämpfte die ganze „progressive Menschheit“ im Laufe der fast sechseinhalb Jahren mit der deutschen Armee, die es bei den besiegten Deutschen … gar nicht gegeben haben dürfte. Wie konnte Deutschland es schaffen, seine Militärmacht wieder herzustellen? Wo schauten doch seine Nachbarn hin und warum haben sie die Aufrüstung zugelassen? Und mehr noch, wie konnte in Deutschland ein solcher Politiker wie Adolf Hitler, der mit „Mein Kampf“ all seine zukünftigen Pläne bis ins Detail ausarbeitete und veröffentlichte, überhaupt zur Macht gelangen?

Fragen über Fragen. Diese könnte man bis ins Unendliche aufwerfen, die Antworten, die von den Historikern darauf gegeben werden, hören sich sich wie die alten guten Märchen für die kleinen Kinder an. Man hätte das Problem nicht erkannt, man hätte sich nicht recht entscheiden können, man hätte es einfach übersehen, man hätte sich zu leicht anvertraut. Als ob es sich um ein Kinderspiel nach Art des Versteckens oder Fangens und nicht um die Weltpolitik handeln würde. Dabei, die schicksalhaften „Irrtümer“ der angesehensten Politiker jener Zeit beschreibend, können die Autoren der Bücher zur Geschichte des Zweiten Weltkrieges Zitate vorbringen, die ihre eigenen Theorien vollständig widerlegen.

Zum Beispiel, aus der Rede des ehemaligen deutschen Ministers für Wirtschaft Hjalmar Schacht auf dem Nürnberger Prozess:

„Ich muss sagen, dass als die Aufrüstung Deutschlands begann, hatte keiner der anderen Staaten etwas dagegen unternommen gehabt. Der Verstoß gegen den Versailler Vertrag seitens Deutschlands war ganz ruhig hingenommen worden. Nach Deutschland wurden die Militärmissionen gesandt, um den Prozess der Aufrüstung zu beobachten, es wurden dabei die Militärbetriebe Deutschlands besichtigt. Es wurde zwar alles nur Erdenkliche dabei unternommen, aber nicht, um Deutschland an der Aufrüstung zu hindern“ (Raginskij, M.J. „Nürnberg. Geschichtliche Verantwortung.“, Moskau, 1986).

Die Geschichte des Zweiten Weltkriegs, die uns dargeboten wird, kann uns keine tatsächlichen Handlungsmotive von nahezu allen Staatsoberhäuptern jener Zeitperiode ausreichend erklären. Diese sind aber die Haupttriebkräfte der damaligen Geschichte. Von den Entscheidungen Hitlers, Stalins, Churchills und Roosevelts hing der Lauf der zukünftigen historischen Ereignisse ab. Und wir, die wir heute in den historischen Büchern blättern, können nicht mal ansatzweise verstehen, warum diese verständigen Herren die für uns so offensichtlichen Fehler begingen. Was hatte das alles zu bedeuten?

Es bedeutet, dass die ganze Geschichte des Zweiten Weltkriegs, die man als „die offizielle“ Version der modernen Historiografie bezeichnen könnte, zu einem Ziel geschaffen wurde – die ganze Wahrheit über die furchtbaren Ereignisse jener Jahre zu verheimlichen.

Um damit die wahren Verbrecher aus der Schusslinie zu nehmen, die für die Millionen von vernichteten Menschenleben verantwortlich sind, damit sich diese nämlich dafür vor keinem menschlichen Gericht und auch nicht vor dem Gericht der Geschichte für ihre Taten die Verantwortung übernehmen müssen. In Nürnberg wurden ja nur jene Bösewichte der gerechten Strafe zugeführt, deren Verbrechen am meisten offensichtlich waren. D.h. dass aufs Schafott und ins Gefängnis sich nur die Vollzieher der blutigen Taten begeben haben, die tatsächlichen Auftraggeber des Zweiten Weltkrieges haben es aber geschafft, ruhig in ihren eigenen Betten aus der Welt zu scheiden.

Heutzutage nehmen die Versuche zur Verfälschung der Geschichte wieder mit neuem Schwung an Fahrt auf. Und da ertönen doch bereits die Stimmen, dass die Sowjetunion selbst zum Hauptverursacher des blutigsten Krieges in der Geschichte würde. Dass Stalin, der doch die ganze Welt zu erobern getrachtet hätte, dem „besessenen“ Führer dabei geholfen hätte, in Deutschland zur Macht zu gelangen. Dass gerade die ach so aggressive Russland-UdSSR Hitler geholfen haben sollte, den Boden Europas mit Blut zu tränken. Und wenn schon die UdSSR zum Jahre 1945 doch nicht die ganze Welt (!) erobern konnte, so heißt das, dass wie das russische, als auch alle anderen Völker unseres Landes den Zweiten Weltkrieg verloren hätten.

Also lassen Sie uns, uns mit der Ansammlung der blutigen Ereignisse jener Jahre auseinanderzusetzen und dabei mit der einfachsten Frage beginnen:

Wie doch Adolf Hitler an das Geld gekommen ist, um seinem Vorhaben nach, „die ganze Welt erobern“ zu können?

Wer gab Hitler das Geld?

„Ganz gleich, ob sie über uns lachen oder schimpfen, ob sie uns als Hanswurste oder als Verbrecher hinstellen; die Hauptsache ist, dass sie uns erwähnen, dass sie sich immer wieder mit uns beschäftigen, und dass wir allmählich in den Augen der Arbeiter selber wirklich als die Macht erscheinen, mit der zur Zeit allein noch eine Auseinandersetzung stattfindet.“
Zitat von Adolf Hitler „Mein Kampf“

„In Deutschland werden keine Revolutionen passieren, denn diese sind dort streng untersagt.“ Englischer Witz

Am zwölften September 1919 ist in der Bierstube „ Sterneckerbräu“ zur Versammlung einer winzigen Partei der damals niemandem bekannte verabschiedete Frontsoldat Adolf Hitler erschienen. Millionen von Menschen kamen nach dem Abschluss des Ersten Weltkrieges erst langsam wieder zur Besinnung, die Geschichte der Menschheit nahm aber bereits eine neue Wendung, die zu noch furchtbareren Schlachten, zu noch schrecklicheren Verbrechen, zu den furchtbaren Plätzen von Majdanek und Treblinka(unabhängig davon, ob es dort Gaskammern gab oder nicht, ob die Rationierung von einem Lager zum anderen etwas besser oder etwas schlechter ausfiel, die Todesraten sind trotzdem signifikant gewesen und in kritischen Phasen des Krieges im Besonderen – Anm. d. Übers.), zur Blockade von Leningrad, zu den Schlachten um Stalingrad und Kursker Bogen führen sollte.

Das Datum des geschichtlichen Auftretens dieses das Licht scheuenden, noch schwachen Triebes, der sich mit der Zeit zu einem Riesenbaum des deutschen Nationalsozialismus entwickeln wird, kann man sehr genau festmachen. Am 7. März 1915 hat ein gewisser Anton Drexler in München einen Zirkel mit dem schönen Namen „ Freier Arbeiterausschuss für einen guten Frieden“ mit einer Anzahl von 40 Mitgliedern um sich versammelt. Während des Ersten Weltkrieges traf sich ein kleiner Haufen von Schwätzern und Fantasten bei einer vollkommen harmlosen Zusammenkunft, trank das Bier und ließ sich über die Vorteile des allgemeinen Friedens aus.

Während eines Krieges existieren nur drei Möglichkeiten, einen Frieden zu erreichen: den Krieg zu verlieren, ihn zu gewinnen oder auf dem Verhandlungsweg den Gleichstand zu vereinbaren.

Solange Drexlers Anhänger sich mit dem Geschwätz beschäftigten, haben sich für Deutschland die Ereignisse auf dem erstgenannten Wege entwickelt:durch das revolutionäre Propaganda von außen und das Beispiel der Revolution in Russland, ist das Imperium des Kaisers zur Vergangenheit geworden. Der Frieden ist endlich gekommen, nur leider nicht dergestalt, wie Drexler und seine Freunde ihn sich vorgestellt haben.

Der Versailler Frieden! Gerade in diesem Vorort von Paris waren am 28. Juni 1919 die Bedingungen dieses Friedensvertrags unterschrieben worden, des Vertrages, der zum Aufkommen des Nationalsozialismus und zum neuen Krieg geführt hatte. Warum wird der Versailler Friedensvertrag allerseits zum Vorboten des neuen bewaffneten Konfliktes erklärt? Weil es Raub war, der, um wenigstens einen Anschein des Anstandes zu wahren, in Form eines internationalen Abkommens vorgelegt wurde. Sein Wesen wurde davon aber in keinster Weise berührt. Interessant ist, dass diese vernichtende Einschätzung zum Versailles nicht nur Lenin und die deutschen Politiker, sondern auch die Vertreter der Entente-Länder äußerten. Es wurde der Ausspruch des Oberbefehlshabers der französischen Armee Marschalls Foch allseits bekannt, der die zukünftigen Ereignisse buchstäblich vorwegnahm: „Es ist kein Frieden, sondern ein 20-jähriger Waffenstillstand“.

Es gab diesbezüglich auch andere Aussprüche von westlichen Politikern, die weniger bekannt wurden.

„Die Wirtschaftsvertragsklauseln waren bis zu einem solchen Grade böse und dumm, dass sie den ganzen Vertrag sinnlos machten. Deutschland ist die Auszahlung von beispiellosen Reparationen auferlegt worden.“, diese Worte gehören nicht Adolf Hitler, der sich als Kritiker des Versailles-Vertrages einen Namen machte und eine steile Karriere sicherte, sondern dem englischen Premierminister Winston Churchill (Churchill W.S. The Second World War).

Und tatsächlich, die Deutschen wurden regelrecht ausgeplündert. Deutschland hatte 73.000 km² des Territoriums (ca. 13,5 % der Gesamtgrundfläche), auf dem 6,5 Mio. Menschen (ca. 10 % der Bevölkerung)lebten, verloren. Außerdem hat das auf diese Weise beschnittene Land alle seine überseeischen Kolonien verloren und sollte ferner den Siegern alle ihre Verluste, die aus dem Militärkonflikt hervorgingen, erstatten. Was die Reparationen betraf, so war ursprünglich ihre Summe überhaupt nicht bestimmt worden, sie wurde dies nämlich erst viel später. Der Gesamtbetrag war astronomisch ausgefallen und ist außerdem in ihrer mehrmals in seiner Höhe verändert worden. Interessant, dass nach der endgültigen Berechnung die Auszahlungen der geschlagenen Deutschen bis zum Jahre … 1988 getätigt werden sollten! (J. Fest „Hitler: Eine Biographie“)

Es wäre, als ob ein Tornado durch die vormals blühenden Landschaften hindurchgerast ist. Zur Bezahlung von Reparationen war eine Menge an Eigentum, einschließlich z.B. 140 tausend Milchkühe, beschlagnahmt worden. Natürlich, bevor man sich so gründlich hätte bedienen können, ist es erforderlich gewesen, jede Möglichkeit zu einem Widerstand gegenüber den Räubern, also den Siegern, zu unterbinden. „Deutschland war entwaffnet worden. Seine ganze Artillerie und andere Waffen wurden zerstört. Seine Flotte in Scapa Flow durch die Deutschen selbst versenkt worden. Seine riesige Armee aufgelöst. Es wurde Deutschland ausdrücklich verboten, eine Militärluftflotte zu unterhalten. Es wurde ferner verboten, U-Boote … „ zu besitzen (Churchill W.S. „The Second World War”).

Die deutsche Armee durfte nicht mehr als 100.000 Mann stark sein, das Land durfte dazu nicht nur keine Flugzeuge, sondern auch keine Panzer und Kampfschiffe bauen. Deutschland war dazu noch fest im Griff von Chaos und Anarchie verstärkt durch den Kollaps der Wirtschaft. Aus dieser katastrophalen Lage heraus hatte sich Anton Drexler entschieden, auf der Basis seines Zirkels sich mit den etwas ernsteren Sachen zu befassen und am 5. Januar 1919 hatte er die Deutsche Arbeiterpartei gegründet. Adolf Hitler, der neue junge Anführer, hatte durch seine hervorragenden rhetorischen Fähigkeiten den Gründer der Partei sehr schnell in den Schatten verdrängt und wurde zum alleinigen Oberhaupt, zum Führer der neuen politischen Kraft. Er hatte nicht nur das Wesen der Deutschen Arbeitspartei verändert. Zu ihrem Titel hat Hitler noch ein zusätzliches Wort hinzugefügt, und die von ihm geleitete politische Kraft ist als NSDAP (Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei) in die Geschichte eingegangen.

Der Geschichten dieser Partei und ihrem Führer sind fürwahr Tonnen verschiedenartiger Literaturwerke gewidmet. Gehen sie in jede beliebige Buchhandlung und sie werden unbedingt auf ein paar Umschlägen die hervorstehenden Augen Adolf Hitlers oder die festen Silhouetten seiner SA-Männer erblicken können. Es müssten also, so scheint es, auf alle Fragen die Antworten bereits seit langem gegeben worden sein. Jedoch, sobald Sie beginnen würden, die Geschichte des Dritten Reiches vermittels dieser Bücher kritisch zu durchdenken, wird mit jedem gelesenen Buch die Unklarheit über den Sachverhalt nur zunehmen. Sie werden nämlich sehr bald feststellen, dass sogar die anerkanntesten Forscher in ihren Büchern die widersprüchlichsten Informationen darüber darbieten. Es unterscheiden sich z.B. die Zahlen sogar bei solchen, wie es scheinen würde, unkomplizierten und offenen Fragen, wie beispielsweise bei der Anzahl der Mitglieder der Hitlerpartei.Was kann denn leichter sein, als aus den Archiven die Parteiunterlagen heraus zu holen und dort einzusehen, wie schnell die NSDAP gewachsen ist. Die Nationalsozialisten hatten gern über die „Jahre des Kampfes“ und über die „gefallenden Genossen“ geschrieben. Da nimmt man doch an, dass die Größe ihrer Reihen in solchen Dokumenten genauestens widergespiegelt würde. Aber nichts dergleichen!

„In November 1923 zählte die Partei 15.000 Mitglieder“, war die Meinung des Zeitgenossen der Ereignisse Konrad Heiden, dessen Buch 1936 herauskam. „Die Partei nahm schnell an Anzahl der Mitglieder zu. Zum Ende 1922 zählte diese 22.000 Mitglieder, zur Zeit des Putsches bereits etwa 55.000“, schrieb der Engländer Ian Kershaw im Jahre 1990.

Wir werden uns erinnern, dass der misslungene Putsch Hitlers im November 1923 passiert war, d.h. dass der Unterschied in der Einschätzung der Mitgliederzahl in 55 Jahren nicht weniger als fast viermal größer geworden ist! Bei diesem Tempo würde in etwa dreihundert Jahren die ganze damalige Bevölkerung Deutschlands zu Mitgliedern der NSDAP mutiert haben! Der Beruhigung des Gewissens wegen nehmen wir das Buch des dritten „Kenners“ des faschistischen Deutschlands Alan Bullock. Und wieder sehen wir eine Zahl, die sich von den ersten zwei unterscheidet: „die Anzahl der Mitglieder vom Juni 1920 bis zum Anfang 1922 ist von 1100 bis 6000 gestiegen, zum Anfang 1923 hat diese 20.000“ erreicht.

Kann es denn sein, dass die Historiker der Hitlerpartei ihre Informationen aus den eigenen, absolut isolierten „Archiv-Quellen“ schöpfen? Kommen die Fehler von daher? Nein, die Archive sind dieselben, die Historiker nutzen dieselben Dokumente, die Zahlen unterscheiden sich trotzdem. Aber woher nehmen sie diese denn her? Dieses Geheimnis ist furchtbarer als alle anderen Geheimnisse des nationalsozialistischen Deutschlands.

Kurz gesagt, wie viel an Autoren, soviel der Versionen. Und von denen schreiben die Schriftsteller kleineren Kalibers gedankenlos ab. Das Ergebnis ist… man lese und wundere sich!

Wie kann man an der Geschichte des Zweiten Weltkrieges überhaupt forschen, wobei es bei der Erforschung von Schlachten auf die genauen Zahlen der Kanonen, der Panzer, der Soldaten signifikant ankommt, wenn sich die Historiker sogar bei solch einfachen Fragen wie der Anzahl der Mitglieder der NSDAP nicht zurechtfinden können?

Warum haben wir versucht, uns die Zahl der NSDAP-Mitglieder vor Augen zu führen? Wozu der ganze Aufwand? Wir haben dabei nur ein einziges Ziel verfolgt, nämlich anhand eines sehr einfachen Beispiels zu demonstrieren, dass die anerkanntesten Forscher und Hitler-Biografen selbst schlecht vorgestellt haben, worüber sie geschrieben haben. Also wird man ohne die kritische Prüfung dem dummen Zeug nicht Glauben schenken dürfen, das über die Geschichte des Zweiten Weltkriegs verbreitet worden ist.

Nicht weniger Unsinns wurde auch russischerseits über den Großen Vaterländischen Krieg in die Welt gesetzt! Mit den hier vorliegenden Informationen wird versucht werden, die etlichen Kubikmeter an verschiedenartigen schriftlichen Informationen zu dieser Zeitperiode der Geschichte richtig einzureihen, auszulegen und jenes Körnchen der Wahrheit herauszufiltern, das uns helfen würde, die ganze Wahrheit über die Haupttragödie Russlands, den Tag des 22. Juni 1941 zu erfahren.

Über so manche Ereignisse gibt es in den Köpfen der Menschen bereits manifeste Vorstellungen. Von wem und zu welcher Zeit diese geschaffen wurden, weiß niemand mehr, die Vorstellungen selbst sind aber weit verbreitet. Fragen Sie einen beliebigen Menschen, wer Hitler finanzierte und die werden dieselbe Antwort zu hören bekommen, es wären die deutschen Industriellen gewesen: das deutsche Großkapital, die Krupps, die deutschen Gesellschaften o.ä.

Schauen wir uns das Problem etwas genauer an. Die politischen Tätigkeiten beliebiger Parteien werden von denen finanziert, die mit dieser Partei sympathisieren. So denkt der naive Normalbürger. Die richtige Formulierung lautet etwas anders: die politische Tätigkeit der Parteien wird von jenen Kräften finanziert, welche mit Hilfe dieser ganz bestimmten Parteien hoffen, ihre eigenen Ziele zu erreichen. Das braucht nicht unbedingt etwas Schlechtes bedeuten. Zum Beispiel, die Partei mit dem Programm zur Unterstützung der Produzenten innerhalb des Landes könnte in den Besitzern der hiesigen Schuhbetriebe oder Textilfabriken ihre finanziellen Unterstützer finden. Wenn diese Partei dann zur Macht gelangt, wird diese die Zollgebühren auf die importierte Ware erhöhen und davon die Besitzer der lokalen Unternehmen ihrerseits unterstützen. Ob die Bevölkerung davon einen Nachteil haben dürfte? Höchstwahrscheinlich nicht, wenn nur unter der Flagge „der Unterstützung“ des Binnenmarktherstellers die Konkurrenz nicht vernichtet sein würde.

Die Partei, die für die Verstärkung der Sicherheit innerhalb des Landes eintreten würde, würde mit großer Freude durch die Militärlobby unterstützt werden. Denn den Worten solcher Politiker werden die neuen Aufträge für die Raketen, Radaranlagen, Panzer und Flugzeuge zwingendermaßen folgen. Ob es für die Bürger des Landes von Nachteil ist? Nein, wenn die Verteidigungsausgaben die notwendige und vernünftige Grenze nicht überschreiten. Mit einem Wort, die Unterstützung der politischen Kräfte seitens der Kapitalbesitzer ist und wird weiterhin ein fester Bestandteil des politischen Lebens bleiben. Das ist keine allein russische Erfindung, auf diese Weise wird in allen Ländern verfahren, wo die Obermacht im Staate von der Bevölkerung gewählt wird. Die Demokratie als die höchste Form der Volksherrschaft bringt einen jeden Politiker sofort zu einer betrübenden Schlussfolgerung. Um die Wählerstimmen zu bekommen, sind in erster Linie nicht etwa die schönen Parolen, sondern das Geld vonnöten. Nein, nicht zur Bestechung der Wählerschaft! Sondern dafür, damit man auch imstande sein würde, seinen politischen Standpunkt an seinen Wähler gezielt richten und einwirken lassen zu können. Dieser sollte nämlich bis zu den Fernsehbildschirmen und den Zeitungsseiten vordringen können. Dazu sind beträchtliche Mittel notwendig und je größer das Land und je grösser die Wählerschaft, desto mehr Geldmittel werden nötig sein.

In Deutschland nach dem Fall der Monarchie im Jahre 1918 hat sich genau solches demokratische System etabliert. Sogar die Zeit von der Niederlage im Ersten Weltkrieg bis zur Machtergreifung Hitlers ging in die Historiografie als die Weimarer Republik ein (nach dem Namen der Stadt, wo die neue deutsche Verfassung unterzeichnet wurde). Und da Deutschland damals eine Republik war, so trafen die obengenannten Verhältnisse in Bezug auf die Wichtigkeit des Kapitals für den politischen Kampf für die damalige deutsche Wirklichkeit genauso ein. Eine jede politische Tätigkeit bedarf des Kapitals, wie die Kesselanlage einer Dampflokomotive des Kohlenbrennstoffs. Ohne diesen „Brennstoff“ werden Sie nicht starten können. Sowohl der Erfolg, als auch die Entfernung Ihrer politischen „Fahrt“ hängen direkt von der Zahl der knirschenden Scheine in ihrer Tasche ab. Also ist es jetzt höchste Zeit, uns die Frage zu stellen, für die wir diesen politologischen Exkurs unternommen haben.

Wo nahm die „Kohle“ Adolf Hitler, der nach nur fünfzehn Jahren nach seinem schicksalhaften Besuch der berühmtgewordenen Bierstube auf dem Gipfel der Macht im deutschen Lande angekommen war?

Da haben wir doch die Frage erst gestellt, die Antwort liegt anscheinend sofort auf der Hand! Nämlich die schematische und allerseits anerkannte: das Geld hatte er von den Haien des deutschen Kapitalismus. Eine Antwort, die auch bequem ist. Für alle. Für die sowjetische Historiografie war diese Antwort die einzig richtige. Im Westen hat man dank den Bemühungen von Suworow-Resun jetzt auch eine zweite Antwort parat. Angeblich hätte Stalin selbst Hitler zur Macht geführt als den zukünftigen „Eisbrecher der Revolution“ in Europa. Also hatten die Faschisten ihr Geld von Kommunisten. Die Logik der letzten Behauptung tendiert an sich zum Nullniveau.

Es wäre ja so, als ob man Russland der Jelzin-Zeit, dem das Geld sogar zum selbständigen Drucken der Geldscheine fehlte, der Finanzierung des internationalen Terrorismus im großen Maßstab beschuldigen würde. Die Anschuldigungen in Richtung der Sowjetunion in Bezug auf das Großziehen des Faschismus ist ebenso absurd: denn als die Nationalsozialisten ihre ersten Schritte machten, war in Russland nicht einmal der Bürgerkrieg zu Ende gegangen. Wie sollten denn auch die russischen Kommunisten, die antikommunistischen Bewegungen in Deutschland gesponsert haben. Mit gleichem Erfolg könnte ja Lenin gleich Koltschak oder Wrangel (Führer der antikommunistischen Weißen Armee im Russischen Bürgerkrieg – Anm. d. Übers.) die Wohltat erweisen! Warum werden solch offensichtliche Dummheiten erfunden? Dafür, damit man Russland aller möglichen Todessünden beschuldigen könnte, um damit den Verdacht von den wahren Schuldigen, von denen, die an der Machtergreifung in Deutschland durch eine wahrhaftig menschenverachtende Partei tatsächlich teilgenommen haben.

Die deutschen Industriellen sind also als die Hauptsponsoren Hitlers in die Geschichte eingegangen. Wir werden uns aber eine Frage stellen:

Warum, aus welchen Beweggründen sollen die deutschen Industriellen die Nationalsozialisten finanziert haben?

Die Nationalsozialisten wären doch die eifrigen Antikommunisten gewesen, also hätte die Bourgeoisie mit ihrer Hilfe die Gefahr der roten Revolution bekämpft gehabt, so meint man. Solche Behauptung gehört zu gleicher Art Mythen, die nichts mit der Realität gemein haben. Nicht von ungefähr bringen die Autoren der Bücher, in denen diese und die ähnlichen Argumente gebracht werden keine Zahlen und Daten. Wir werden uns, was das betrifft, nicht auf die faule Haut legen und werden uns die Tatsachen etwas genauer anschauen und diese ferner miteinander vergleichen.

Gleich nach dem Fall der Monarchie in November 1918 stand Deutschland tatsächlich an der Schwelle zur bolschewistischen Revolution. Mehr noch, diese sozialistische Revolution in Deutschland entfachte sich nicht nur, sondern ist auch erfolgreich in der Ausführung gewesen. Und zwar lange vor dem Auftreten auf der politischen Arena des eigenartigen Führers. Nach einer Zeit des Chaos und der Anarchie, die nach dem Rücktritt des Kaisers eingetreten sind, haben sich zwei Lager gebildet: die von den Sozialdemokraten gebildete Regierung und die Kommunisten, die eine Vertiefung der revolutionären Tendenzen forderten. Diese Meinungsverschiedenheiten führten zu den Kämpfen in Berlin im Januar 1919, der Verhaftung und der Ermordung der Führer der KPG (Kommunistische Partei Deutschlands) Rose Luxemburg und Karl Liebknecht.

Damit ist aber das Ende des Kampfes nicht erfolgt. Die Bremer Kommunisten haben sich als etwas dynamischer in ihrem Elan erwiesen und am 10. Januar 1919 hatte die Bremer Sowjetrepublik das Licht der Welt erblickt. Aus der Stadt Hamburg den roten Aufständischen zu Hilfe hat sich die Abteilung unter dem Kommando von Ernst Thälmann aufgemacht. Diese Verstärkung blieb fast ohne Wirkung, denn die deutsche Armee ist der Staatsmacht treugeblieben. Bereits am 4. Februar wurde die Rote Stadt Bremen von der Division von General Gerstenberg eingenommen. Die Sowjetische Bremer Republik ist so schnell wieder zur Vergangenheit geworden, wie sie schnell entstanden ist, sodass die Schüler in der UdSSR diese Stadt ihrem Namen nach nur dank dem schönen Märchen der Gebrüder Grimm gekannt haben.

Anfang März 1919 hatte sich die Konfrontation in der deutschen Hauptstadt wieder verschärft. Der Generalstreik, von den Kommunisten organisiert, hatte eingesetzt, der sich allmählich zum regierungsfeindlichen Aufstand wandelte. Dieser wurde niedergeschlagen, dabei wurden in Berlin 1200 Menschen getötet. Die Freiwilligenabteilungen bestehend aus Offizieren und Unteroffizieren, die sogenannt „Freikorps“, und die Polizei haben durch harte Hand die Staatsordnung wiederhergestellt. Es sind Fälle bekannt geworden, wobei man auf eine einzige rote Fahne in der Kolonne der streikenden Arbeiter hin sofort mit schwerem Maschinengewehrfeuer auf die Menschenmenge antwortete.

Wer war das, der den Aufstand niedergeworfen hatte? Es war Gustav Noske, der Mitglied des Rates der Volksbeauftragten während der Novemberrevolution. Dieser gute Sohn des deutschen Volkes ist in die Geschichte als „blutiger Hund“ eingegangen. Dieser Spitzname hatte aber nichts mit der Menge des vergossenen Blutes zu tun. In den entscheidenden Tagen war es gerade der berühmtgewordene Ausspruch Noskes: „Einer muss zum Bloodhound werden“, und er ergänzte dazu, „Ich scheue nicht die Verantwortung“.

(Bloodhound ist eine Hunderasse, die man als „blutigen Hund“ bezeichnete; dieser zeichnet sich durch seinen ausgezeichneten Spürsinn aus. In mittelalterlichem England wurden diese Hunde zur Verfolgung von Dieben, Mördern und sonstigen Gesetzesübertreten eingesetzt. Bloodhound konnte die Spur des Entlaufenen sehr genau verfolgen und holte diesen nahezu jedes Mal ein. Diese Hunde wurden außerdem verwendet, um den auf der Jagd verletzten Tieren den Todesstoß zu versetzen, während der mittelalterlichen Kriege außerdem zum Verfolgten von fliehenden Soldaten des Gegners.)

Im April rollten auf Deutschland die neuen Wellen des Chaos zu: am 13. April 1919 ist in München die Bayerische Sowjetische Republik, die Bayerische Räterepublik, entstanden. Freilich, hatte auch diese nur eine kurze Zeit existiert und am 5. Mai desselben Jahres das Zeitliche gesegnet. Alles lief aber genau nach dem Vorbild der Machtergreifung der Bolschewiki in Russland. Es waren der Zentralrat, der zum Leitungsorgan der Republik wurde, und der Vollzugsrat, geführt von Kommunisten, zu dessen Bestand anfangs auch unabhängige Sozialdemokraten gehörten, geschaffen. Die Taktik der jungen deutschen Sowjetrepublik wird dem bekannt vorkommen, der „die Geschichte der KPdSU“ kennt: die Entwaffnung der Polizei und „der Bourgeoisie“, Konfiskation des Eigentums, Nationalisierung der Banken, Geiselnahme, Arbeiterkontrolle in den Unternehmen und sogar eine deutsche Version der Tscheka (ЧК) – der Außerordentlichen Kommission zur Bekämpfung von Konterrevolution (J. Fest „Hitler: Eine Biographie“). Die deutschen Genossen hatten aber auch einige „Eigenentwicklungen“: z.B. die des Verbotes vom Geschichtsunterricht in der Schule und der Ausgabe von speziellen Geldscheinen mit Ablaufdatum (nach Silvio Gesell – Anm. d. Übers.). (G.G. Preparata „Conjuring Hitler – How Britain and America made the Third Reich”)

Es ist auch eine deutsche Rote Armee entstanden, die in ihrer Tätigkeit anfangs sich höchst erfolgreich zeigte. Vor allem hat sie die Regierungstruppen nördlich Münchens zerschlagen und ferner die Städte Karlsfeld und Freising eingenommen gehabt. Es folgten weitere Erfolge deutscher Rotarmisten und die Kämpfe für den Ort, dessen furchtbarer „Ruhm“ in der Geschichte noch im Voraus lag – Dachau. Gerade vor diesem Städtchen blieb die Bayerische Rote Armee stecken, war also von den heranrückenden Truppen angehalten worden. Dann ist die 60-tausend Mann starke Armee unter dem Kommando „des Bluthundes“ Gustaw Noske zum Angriff übergegangen, und das Aufstandsgebiet von allen Seiten umkreist. Die Abteilungen ehemaliger Frontkämpfer und die Teile der regulären Truppe hatten die Bayerische Republik niedergeschlagen. Die Gegner wurden dabei mit gleicher Grausamkeit, wie auch von den Kommunisten gehandhabt, vernichtet. Die Straßenkämpfe in München dauerten fünf Tage lang. Dann folgten die Erschießungen im Hof des Gefängnisses.

Bemerken könnte man noch, dass die bayerische Konterrevolution blutiger als die Revolution selbst ausgefallen war. Auf dem Gewissen der Roten waren Erschießung von 8 Geiseln, den Mitgliedern der „Thule-Gesellschaft“. Die Freiwilligen der Weißen Armee haben die Sanitätskolonne der Roten vernichtet, erschossen: 21 Mitglieder des katholischen Gesellenverein, 12 Arbeiter aus Perlach, 50 freigelassener russischer Kriegsgefangener, sowie die Anführer der Bayerischen Republik Egelhofer, Landauer und Leviné. An der Befreiung Münchens nahmen unter anderen Ernst Röhm und Rudolf Heß teil. Adolf Hitler seinerseits, der sich zu dieser Zeit in München befand, hatte am Kampf gegen den Kommunismus aus irgendeinem Grunde nicht teilgenommen. Die nationalsozialistische Historiografie ging der Frage nach dem Warum sorgfältig aus dem Weg.

Also, die rote Revolution in Deutschland war niedergeschlagen, was aber kein Verdienst der Nationalsozialisten war, und zwar aus dem einfachen Grund, da zum Zeitpunkt der Revolte die Partei an sich noch gar nicht existierte, außer den zwanzig-dreißig Schwätzern, die das Bier in dem von Bürgerkrieg erfasste München schlürfen. Adolf Hitler war damals noch ein bescheidener ehemaliger Frontkämpfer und kein Politiker.

Ob die Kommunisten andere Versuche unternahmen, die Macht zu ergreifen? Ja, aber in allen weiteren Fälle wurden die Unruhen durch die Armee- und die Polizeikräfte rechtzeitig unterdrückt worden. Also nicht etwa durch die Hitlers Sturmabteilugen. Die nächste Welle der Gewalt, verbunden mit dem „Kampf des Proletariats“, hatte Deutschland im Jahre 1923 erreicht. Am 23-25. Oktober kam es zum Aufstand in Hamburg. Sein Anführer war der uns schon bekannte Ernst Thälmann. Drei Tage und drei Nächte führten die Aufständischen die Barrikadenkämpfe in der Stadt und ihren Vororten. Auch dieses Mal nahmen die Nationalsozialisten an den Kämpfen nicht teil. Adolf Hitler hatte nämlich zu der Zeit seiner eigenen Sorgen genug: die Vorbereitungen zu seinem eigenen Umsturzversuch, „dem Bierputsch“, gingen gerade zu Ende.

Am 8-9. November 1923 haben die Nationalsozialisten versucht, die Macht in München an sich zu reißen. In den ersten Reihen der Demonstration im Helm und mit der Pistole in der Hand schritt Hitler die Straßen entlang. Die Polizei hatte das Feuer eröffnet, der Führer blieb nur durch ein Wunder am Leben. Erwin von Scheubner-Richter, der seinen Platz neben Hitler hatte, ist getötet worden. Stürzend hatte er Hitler mitgerissen und hat ihm das Schlüsselbein verrenkt. Hermann Göring hatte schwere Verwundungen in der Leistengegend erlitten. Gerade die unerträglichen Schmerzen dieser Verwundung werden Göring zwingen, die schmerzstillenden Mittel sein ganzes spätere Leben lang anzuwenden und werden aus dem Reichsmarschall einen Rauschgiftsüchtigen machen. Insgesamt blieben auf dem Münchener Pflaster vierzehn Nationalsozialisten und drei Polizisten liegen.

Was wir beobachten können, ist, dass alle bewaffneten Versuche der Kommunisten, die Macht zu übernehmen von der amtierenden Regierung sehr erfolgreich unterdrückt werden konnten. Dabei haben die Nationalsozialisten nicht nur keine Hilfe geleistet, sondern haben im Gegenteil eine ganze Menge zusätzlicher Probleme geschaffen gehabt, denn nach nur ein paar Wochen nach dem „roten“ Putsch in Hamburg, folgte der „braune“ „Bierputsch“ in der Hauptstadt Bayerns!

Wären Sie Krupp oder Thyssen oder an deren Stelle, wem würden Sie das Geld geben, wen würden Sie finanzieren? Die amtierende Macht der regierenden sozialdemokratischen Partei, die, wenn es notwendig wird, ausgezeichnete „Bluthunde“ parat hat bzw. hervorbringen kann oder jemand anderen? Warum also die Extremisten bezahlen? Es ist doch so, dass wenn bei Ihnen im Hause sich zufällig Insekten eingenistet haben, Sie doch nicht das ganze Haus abzufackeln brauchen, sondern würden dafür andere Mittel gezielt einsetzen. Und Hitler mit seinem Radikalismus ist ja gerade der Anhänger des Haus-zu-Asche-Machens im Kampf gegen die Insekten. Warum braucht also die deutsche Industrie-Elite das Geld den Nationalsozialisten geben? Bei der Beseitigung der Roten Bedrohung haben diese doch in keinster Weise geholfen. Sondern ganz im Gegenteil versucht, die Zeit der Unruhen auszunutzen, um die Macht im Staate an sich zu reißen.

Und überhaupt könnte bei den Kapitalisten jener Zeit der Eindruck leicht entstehen, dass es doch alles Jacke wie Hose wäre und es nicht einmal auf identische Farbe der Banner der Kommunisten und der Faschisten, nicht auf die Ähnlichkeit der propagandistischen Vorgehensweisen ankommt. Die Sache sieht ganz einfach so aus: der Kommunismus und der Nationalsozialismus sind ja, obschon wohl antagonistisch, so doch beides revolutionäre Lehren gewesen!

  • Wir fordern die Aufhebung der leistungslosen Einkommen und der Zinssklaverei“;
  • Wir fordern … die schonungslose Konfiskation der Kriegsgewinne“;
  • Wir fordern die Nationalisierung der Industrieunternehmen“;
  • Wir fordern die Beteiligung der Arbeiter und der Angestellten an den Gewinnen der großen Handelsunternehmen“;
  • Wir fordern die Ausbildung des gesunden Mittelstandes und Bemühungen zu seiner Erhaltung, der unverzüglichen Einziehung     des Privateigentums großer Geschäftshäuser und ihrer Verpachtung zu niedrigen Preisen an die Kleinproduzenten…“;
  • Wir fordern die Durchführung der Bodenreform entsprechend den Interessen der deutschen Nation, das Inkrafttreten des Gesetzes über entschädigungslose Konfiskation des Bodens für die öffentlichen Belange, die Annullierung der Zinsleistungen auf die Pfandbriefe, das Verbot der Bodenspekulation“.

Wenn Sie meinen, ein Fragment aus einer kommunistischen Broschüre zu lesen, so irren Sie sich. Das alles sind Punkte aus dem Programm der Nationalsozialisten. Die wären ja gute Verteidiger des Kapitals, nicht wahr! Sie sind ja sogar im Begriff, den Besitzern den Boden entschädigungslos zu entziehen. Was unterscheidet die denn von den Bolschewisten?Also noch einmal die Frage, würden Sie an Stelle des Großkapitals die Extremisten, die den Kommunisten so merkwürdig ähnlich sind, finanzieren? Oder wären Sie an der Stelle bemüht, die bestehende Weimarer Republik zu stärken und zu erhalten? Beispielsweise die Polizei zu finanzieren, um ihre Stärke oder die Gehälter in der Armee zu erhöhen. Möglicherweise würde Ihnen ruhiger zumute, wenn Ihre Sicherheit und Unversehrtheit Ihrer Kapitalien und Unternehmen die entsprechenden staatlichen Organe und nicht die Braunhemden gewährleisten würden?

Dann machen Sie doch auch die entsprechende Propaganda, machen Sie einen Helden aus Gustav Noske, der die Kommunisten im Jahre 1919 geschlagen hatte. Er ist nämlich zu der Zeit Militärminister, und an diesem Platz genau der Richtige: die eiserne Hand, unerschütterlicher Wille und die Bereitschaft die Verantwortung zu übernehmen. Aber, nein, im Jahre 1920 tritt der „Bluthund“ zurück und wird in die Politik nicht mehr zurückkehren. Warum würde man die noch blutigere Hitler-Diktatur sich wünschen, auf deren Hintergrund Noske wie ein unschuldiger Pfadfinder ausschauen wird? Machen Sie zu Beispielen des wahrhaft deutschen Mutes die Polizisten, die die Thälmann-Kämpfer von den Barrikaden in Hamburg vertrieben. Die würden einen würdigeren Ersatz für Noske abgeben. Diese sind doch auch von irgendeiner mutigen und entschlossen Person in den Kampf geführt worden.

Warum also ausgerechnet Adolf Hitler finanzieren? Kommt es überhaupt irgendwann einmal wieder zu Streikbewegungen oder Aufständen, die man mit seiner Hilfe würde bändigen müssen? Würde man auf ihn zurückgreifen müssen, um die kommunistische Partei Deutschlands wieder überrumpeln zu müssen? Und würde er dabei auch behilflich sein können? Während der 20-er Jahre ist Hitler kein Spatz in der Hand, aber auch keine Taube auf dem Dach. Er erinnert seiner politischen Bedeutung nach eher an einen kleinen Krokodil: noch klein, aber bereits mit scharfen Zähnchen. Sie werden also, um wieder auf unser Beispiel zurückzukommen, von den Schaben in Ihrem Hause belästigt. Natürlich würde es möglich sein, dem Krokodil anzugewöhnen, die Insekten zu fressen. Die Angelegenheit würde dadurch aber nicht nur kompliziert, sondern auch gefährlicher, denn einmal würde er doch samt den Schaben auch Sie fressen wollen. Genau dies passierte auch in der Realität: zusammen mit der Kommunistischen Partei sind auch die Sozialdemokraten, die unabhängigen Sozialdemokraten, die Mitglieder der Wirtschaftspartei in das politische Jenseits von uns gegangen. Von der deutschen politischen Landschaft sind die Deutsche Zentrumspartei, die Bayerische Volkspartei, die Deutsche Demokratische Partei, die Deutsche Volkspartei, sogar die Deutschnationale Volkspartei und auch alle übrigen, kleineren Parteien auf einmal wie von der Bildfläche verschwunden (insgesamt 38 Parteien wirkten in der Weimarer Republik). Nicht wenige der Mitglieder dieser Parteien sind in die Konzentrationslager zur Umerziehung geschickt worden. Würden dies die deutschen Industriellen auch so gewollt haben?

Interessant ist, dass nach den zeitgleichen Umsturzversuchen wie die Kommunisten, als auch die Faschisten zu richtig gesetzestreuen Parteien wurden. Nach seinem kurzen Gefängnisaufenthalt erklärt Hitler Ende 1924, ein für alle Mal nur den legalen Weg zur Macht zu gehen. Der im April 1924 stattfindende illegale Neunte Kongress der KPD hat sich ebenfalls für die Legalität entschieden. Die kommunistische Partei wurde von dem Zeitpunkt an Parlamentspartei und kämpfte um die Macht ausschließlich mittels der Wahlteilnahme, hatte also auf die Vorbereitungen von staatlichen Umstürzen ganz und gar verzichtet. Die Kommunisten beschäftigten sich mit der Agitation, veranstalteten Demonstrationen und Kundgebungen, nähten die Roten Fahnen und gaben ihre Flugblätter aus. Sie hatten sogar ihre eigenen den Nazis ähnliche Sturmabteilungen. Bereiteten aber keine Umstürze mehr vor! Für das Gegenteil gibt es jedenfalls kein glaubwürdiges historisches Zeugnis. Keinen!

Die kommunistische Drohung für Deutschland hatte keinen Bestand mehr. Auch auf dem parlamentarischen Wege hatten es die Kommunisten schwer, zur Macht zu gelangen. Ihr bestes Ergebnis haben die Anhänger des bärtigen Marx bei den Wahlen am 6. November 1932 erreicht, und zwar 5.980.200 Stimmen oder 16,9 % die Wählerstimmen. Gefährlich? Natürlich, nicht. Die kommunistische Mehrheit im Parlament braucht man damit nicht zu befürchten. Deswegen lässt man die Roten Abgeordneten einfach mal ihre Parlamentssitze besetzen und um die Rechte der Arbeiter kämpfen. Warum sollte man denn die Nationalsozialisten als die Gegenkraft dazu unterstützen, die später überhaupt alle Parteien verbieten und sich, die Geliebten, zu den besten Verteidigern der Interessen des deutschen Arbeitervolkes erklären werden?

Das komische dabei ist, dass an die kommunistische Gefahr für Deutschland nicht einmal ihr heftigster Gegner, Adolf Hitler, selber glaubte. „Eine solche Gefahr (des Bolschewismus für Deutschlands – Anm. v. Starikow) besteht nicht und existierte auch niemals“, sagte er Hermann Rauschning, „Diesen Umstand habe ich immer berücksichtigt und habe angeordnet, dass die Kommunisten in unsere Partei ungehindert aufgenommen werden. Die Nationalsozialisten entstehen niemals aus kleinbürgerlichen Sozialdemokraten oder Gewerkschaftlern, aber wunderbar aus den Kommunisten“ (Hermann Rauschning „Gespräche mit Hitler“ russ. Ausgabe 1993).

Und tatsächlich, eine Menge von den ehemaligen Kommunisten ist damals in die Reihen der NSDAP eingetreten. Später hatte man sie dort als „Beefsteaks“ bezeichnet: „braun“ außen, „rot“ innen. Ab da an wird es also keine Aufstände oder Umstürze in Deutschland mehr geben – nicht von rechts und, was für uns in dem Zusammenhang besonders wichtig ist, auch nicht von links. Und wenn keine Gefahr der Vergiftung mehr besteht, so bedarf es auch keines Gegengiftes. Man konnte die Rechtsordnung und die Rechtsorgane beschützen und die Extremisten – wie von rechts, als auch von links – schonungslos bestrafen. Aber irgendjemand brauchte unbedingt die Ankunft Hitlers. Und es waren ganz sicher nicht die deutschen Industriellen.

Also, bis zu der Stelle haben wir keinen einzigen Grund gefunden, warum die Klasse der deutschen Großkapitalbesitzer die Nationalsozialisten finanziert haben sollen. Natürlich finanzierten auch einige davon Hitler, es war aber eher die Ausnahme, als die Regel. Das könnten z.B. die gewesen sein, die das nationalsozialistische Programm gar nicht gelesen haben und deswegen von der nicht unerheblichen sozialistischen Tendenz dieses Programms nichts merkten.

Aber warum reden wir nur von dem Programm! Erinnern wir uns allein an den Namen der Hitlerpartei(die Nationalsozialistische Deutsche Arbeitspartei) und die Frage nach der Beziehung dieser zum Großkapital wird von sich aus verschwinden. Wo haben Sie denn schon Geld-Magnaten gesehen, die eine sozialistische Arbeiterpartei finanziert haben, wenn dazu noch auf der deutschen politischen Szene der damaligen Zeit doch auch viel respektablere zu finden waren?

Sehr interessante Frage: zu welcher Zeit sollen die Nationalsozialisten das Geld von den berühmtberüchtigten „deutschen Industriellen“ bekommen haben. Fünfzehn Jahre lang, von 1919 bis 1933, dauerte der Aufstieg Adolf Hitlers zur Macht. Nach dem Einblick in die Literatur über den Weg des Anführers der Nationalsozialisten zu den Gipfeln des politischen Olymps Deutschlands bemerkt man eine interessanteste Gesetzmäßigkeit: je näher der Triumph Hitlers heranrückt, desto mehr Informationen über seine Sponsoren teilen uns die Historiker mit. Es ist ja vollkommen klar, dass als Hitler zum Kanzler wurde, hatte nur ein ganz Fauler die NSDAP nicht finanziert gehabt. Als der mächtige Sprung der Faschisten an die Macht geschah, wurde auch die Zahl ihrer Sponsoren entsprechend immer größer. Der Führer der NSDAP konnte ab dem Zeitpunkt an auf gleicher Augenhöhe mit jedem Magnaten beliebigen Einflusses in Deutschland verhandeln. Hinter seinem Rücken standen nunmehr Hunderttausende von SA-Männern, einfachen Mitglieder der Partei und außerdem die Sympathien von Millionen von Wählern. Zu diesem Moment verhandelte er tatsächlich mit den „deutschen Industriellen“ und bekam von ihnen die entsprechenden Mittel. Jedoch haben die Historiker es aus irgendeinem Grunde nicht gern, dabei ein sehr wichtiges Detail zu beachten. Fast alle Fälle dieser Unterstützung beziehen sich auf die zwei letzten Jahre vor seiner Machtergreifung. Der bekannter deutsche Magnat Thyssen in seinem Buch „Ich zahlte Hitler“ hatte eingestanden, dass der Gesamtbetrag, den die Vertreter der Schwerindustrie Hitler gegeben haben, insgesamt um die zwei Millionen Mark ausmachte. Rheinwestfälische Gruppe der Industriellen hatte, laut Walther Funk auf dem Nürnberger Prozess, Hitler etwas mehr als eine Million Mark gegeben. Alles in den Jahren 1931-1932.

Die Sieger des Zweiten Weltkrieges haben es dabei bewenden lassen und bevorzugt diese Tatsachen außer Acht zulassen. Keiner der deutschen Industriellen war für die Finanzierung der Partei, die letztendlich am Tode von Dutzenden von Millionen von Menschen die Schuld trug, bestraft worden. Zum Beispiel, im Jahre 1947 war Alfried Felix Alwyn Krupp von Bohlen und Halbach zu zwölf Jahren Haft und der Einziehung des Vermögens verurteilt worden. Aber nicht für die Finanzierung der Nationalsozialisten, sondern dafür, dass in seinen Fabriken die Zivilisten aus Osteuropa in Zwangsarbeit tätig waren. Der Ruhrindustrielle Kirdorf, der bereits bei den frühen Anfängen von den Ideen des Führers eigenommen wurde, hatte entsprechend der Formel 5 Pfennige von jeder verkauften Tonne Kohle zugunsten der NSDAP abgeführt gehabt. Insgesamt machte das 6 Mio. Mark im Jahr aus. Eine Menge Geld! Aber dafür stand er nicht vor Gericht. Wenn die Kohle die Häftlinge aus einem Konzentrationslager abbauten mussten und davon zu Hunderten oder Tausenden vor Erschöpfung starben, bekam der entsprechende „Sympathisant“ eine Haftstrafe. Wenn es aber keine Häftlinge gab, dann gab es auch keine Verurteilung.

Für die Finanzierung von Hitler und seiner Partei wurde also kein Einziger verurteilt! Aber nicht deswegen, weil die milliardenschweren Industriellen nicht gerichtmäßig belangt werden konnten, sondern deshalb, weil die Summen ihrer Spenden im Vergleich zu den Kosten der Hitlerpartei lächerlich klein ausfielen. Ihre Hilfe war also wichtig, aber nicht entscheidend. Denn sogar in den 30-er Jahren, also den „golden“ Jahre Hitlers, standen die Ausgaben der Nationalsozialisten mit ihren Einkünften in keinem Vergleich! Nach einigen Einschätzungen muss in den Jahre vor der Machtergreifung der Aufwand der NSDAP für die Propaganda, die SA-Einheiten und die ständigen Wahlen etwa 70 bis 90 Mio. Mark betragen haben. (D. Melnikow, N. Chernaja „Verbrecher Nr. 1“, Moskau, 1982)

Und uns erzählt man von den Spenden von 3 Mio., 1 Mio. Mark! Sogar 6 Mio. aus den Kohleverkäufen sind Kopeken im Vergleich zu den Gesamtkosten. Wenn wir diese Beträge um die Parteibeiträge der Mitglieder ergänzen, bleiben immer noch 30-40 Mio. Mark, die aus unbekannten Quellen stammen müssten. Lügen die Industriellen etwa, wollen sie die Höhe ihrer Beteiligungen an der Finanzierung Hitlers etwa herunterspielen? Nein, sie sagen die reine Wahrheit. Aber wer gab Hitler die überzähligen Millionen? Er hatte sie doch nicht etwa aus der Luft erschaffen!

Ich habe festgestellt, dass keiner der Forscher auf diese Frage eine die überzeugende Antwort gegeben hatte. Genauer, die Antworten wurden gegeben, aber nur damit die Leser den Historikern keine unbequemen Fragen mehr stellen. Gerade deswegen sind in den letzten Tagen des Dritten Reiches um die 90 % der Finanzunterlagen der NSDAP auf Nimmerwiedersehen verschwunden. Im Frühling 1945 haben die Faschisten die Beweisstücke eiligst vernichtet. Unberührt blieben z.B. die Archive der Gestapo, in ihrer vollen Gänze ist die Korrespondenz der Anführer der SS und der höchsten Führung der Partei (zum Beispiel, die Korrespondenz von Kaltenbrunner und Bormann) in die Hände der Sieger geraten. Die erhalten gebliebenen Dokumente haben ausgereicht, um die höchsten Würdenträger des Dritten Reiches auf den Galgen oder hinter Gitter zu bringen. Warum haben sie für die Vernichtung dieser gefährlichen Dokumente nicht gesorgt? Weil sie zu der Zeit damit beschäftigt waren, die Unterlagen zur Finanzgeschichte der Partei zu zerstörten. Ausgerechnet diese sollte in erster Linie liquidiert werden und erst danach war der „Kleinkram“ wie die Befehle zu Massenerschießungen und Deportationen an der Reihe. Aber braucht man tatsächlich unter den Ruinen Berlins und Münchens an der Schwelle zur vollständigen Zerstörung sich noch darum zu sorgen, dass die Welt nicht von den Finanzmitteln erfährt, die den Führer zur Macht gebracht haben? Was für einen Unterschied würde es für Himmler oder Göring ausmachen, ob die Weltöffentlichkeit von „den Helden“ der Schattenfinanzfront erfahren würde oder nicht! Ihnen droht doch so oder so das Gericht und mindestens eine vieljährige Gefängnisstrafe. Warum also in einer solchen Lage die Archive mit den Überweisungsunterlagen und den Quittungen und nicht die Befehle zu Erschießungen und Todesstrafen verbrennen?

Für Göring oder Himmler würde so etwas natürlich keinen Sinn haben, denn ihre Verbrechen waren erheblich gewesen. Aber die kleineren Fische der Nazihierarchie waren wohl im Begriffe, unbedingt weiter zu leben. Zum Beispiel, der ständige Schatzmeister der NSDAP, Reichsleiter und Obergruppenführer SS Franz Xaver Schwarz. Er hat fast alle Parteifinanzunterlagen im „braunen Haus“ in München eigenhändig verbrannt. Schwarz war über alle Angelegenheiten der Partei auf dem Laufenden, die die Finanzen betrafen. Wegen ihm empörte sich Hitler mehrmals, dass man ihn „um jeden Pfennig anbetteln“ müsste, dass jener „mit seinem Hintern auf den Truhen angewachsen“ wäre, dass man „auf der Straße mehr erbetteln“ würde können. Lärmte, ließ Schwarz aber weitergewähren, denn so sollte ein Finanzminister auch sein.

Warum hat Schwarz die Finanzdokumente vernichtet? Und eine noch interessantere Frage: warum hat er nicht alle Dokumente ohne Ausnahme vernichtet gehabt, sondern ließ einen Teil davon unberührt? Weil Franz Xaver Schwarz sein Leben erhalten wollte, müsste dazu aber eine Reihe von Bemühungen unternehmen. Er ist verpflichtet worden, alle kompromittierenden Dokumente zu verbrennen, die harmlosen aber unberührt zu lassen. Dann würden die, von wem sein Leben und sein Wohlergehen damals abhing, ihn auch am Leben lassen.

Von wem hing das zukünftige Schicksal der Nazianführer ab? Von den deutschen Magnaten wie etwa Krupp oder Borsig? Nein, natürlich nicht. Es hing von dem ab, der das faschistische Deutschland damals besiegt hatte, also von den führenden Persönlichkeiten der Länder der Antihitlerkoalition. In welche Okkupationszone strebten mit allen zur Verfügung stehenden Kräften die Bonzen des Dritten Reiches? In die anglo-amerikanische Zone. In München von den Verbündeten wurde auch Franz Xaver Schwarz verhaftet, der vorher in seinem Archiv alles Überflüssige verbrannt hatte. Auf der Basis dieser erhalten gebliebenen Finanzunterlagen der NSDAP machten unsere Historiker eben ihre Schlussfolgerungen, dass die deutschen Industriellen Hitler finanzierten hätten.

Hier geschah eben dieses „Wunder der Umwandlung“: falls die 10 % der Dokumente von den deutschen Sponsoren der Nationalsozialisten berichten, dann bedeutet das, dass in den vernichteten 90 % dieselben Informationen enthalten waren! Diese Schlussfolgerung ziehen wie die westlichen, als auch die sowjetischen Historiker. Für den einfachen Leser bleibt der Verstoß gegen die Gesetze der Logik „im Verborgenen“. Nur warum ein Teil der Archive verbrennen, wenn man aus dem verbliebenen Teil die Informationen der fehlenden Unterlagen würde „wiederherstellen“ können? Ganz im Gegenteil, also. Die verbrannten Unterlagen müssen sich von den erhalten gebliebenen radikal unterscheiden! Es muss eben das zerstört worden sein, was keine Forscher zu sehen bekommen sollten. Das, was die Regierungen der Siegerländer, ihre Aufklärungs- und Nachrichtendienste kompromittiert. Unberührt lassen sollte man an Unterlagen aber gerade das, was Obergruppenführer Schwarz zurückgelassen hatte: die Spenden von Krupp, Borsig & Co., also die Namen jener deutscher Großindustrieller, von denen der ehemalige Schatzmeister der NSDAP nunmehr in keinster Weise abhängt.

Das weitere Schicksal Franz Xaver Schwarz führt uns klar vor Augen, dass unsere Schlussfolgerungen der Wahrheit sehr nahe sind. Nachdem er die Unterlagen zerstörte, die die Sieger kompromittieren, hat er tatsächlich nur eine „kindische“ Gefängnisstrafe erhalten, wenn man die Tatsache berücksichtigt, welchen Posten er bei der NSDAP und der SS eingenommen hatte – nur zwei Jahre ein. Im Jahre 1947 ist der ehemalige Schatzmeister wieder draußen. Ihm kommt es so vor, dass alle Vereinbarungen eingehalten worden wären. Schwarz tätigt beim Gericht die nötigen Aussagen, schweigt dort, wo man schweigen muss, bekommt seine 2 Jahre, und nach dieser kurzen Frist ist er wieder in Freiheit. Nur hatte er nicht berücksichtigt gehabt, dass der beste Zeuge – ein toter Zeuge ist. Deshalb, sobald er Draußen war, ist Schwarz danach sofort, im selben Jahr 1947, tot. Im Gefängnis noch gesund und rüstig, danach sofort tot.

Die Namen der Menschen, die Hitler das Geld gaben, sind in dem Zusammenhang sehr oft benannt worden. Aber leider nur die berühmtberüchtigten „Krupps & Borsigs“ oder sonstige Figuren des provinziellen Niveaus. Als Hitler sich für den „Bierputsch“ vor Gericht verantworten musste ist z.B. die Tatsache ermittelt worden, dass er geldliche Zuwendungen für seine Partei vom Direktor des bayerischen Industriellenverbandes, dem geheimen Kommerzienrat Hermann Aust und vom Rechtsberater des Bündnisses Doktor Kuhlo erhalten hatte.

Diese Familiennamen aus der damaligen Zeit kann man immer weiter aufzählen, allein sie werden uns nichts Entscheidendes sagen, denn die betreffenden Zuwendungsbeträge sind viel zu lächerlich gewesen, um daraus Hitler Machergreifung ableiten zu können. Wir fragen uns, warum haben es die Historiker so gern, uns die rührenden Geschichten davon zu erzählen, wie die einfachen Bürger und Bürgerinnen den jungen Hitler unterstützt hätten? Von einem Buch über Hitler zum anderen wandert die Geschichte über die ach so wichtige Rolle von Spenden von zum Beispiel Helene Bechstein, der Frau des Besitzers einer bekannten Klavierfabrik. Diese ältere Dame hatte zum Waisen Adolf tatsächlich so etwas wie Mutterliebe entwickelt. Zu der Zeit als er im Gefängnis saß, hatte sie, um ihn besuchen zu können, ihn für ihren Pflegesohn ausgegeben. Entsprechend freigebig hatte sich die Frau auch gezeigt: sie gab, so die Biografen Hitlers, alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel an die Nationalsozialisten hinweg (K. Heiden „Geschichte des Nationalsozialismus“ russ. Ausgabe „Der Weg der NSDAP“). Wurde man damit andeuten wollen, der Platz solch flinker älterer Damen wäre auf der Anklagebank des Nürnberger Prozesses? Gerade die kurzsichtig handelnden Damen des hohen Balzac-Alters sollen für die Millionen Opfer des Naziregimes die Haftung übernehmen?

Die, die uns so farbenreich die Geschichten über die Vorlieben solcher Großmütter der Partei erzählen, verstehen entweder überhaupt nichts von der Finanzierung der politischen Parteien oder aber im Gegenteil, sie verstehen sehr viel davon. Es wird ja klar sein, dass man auf die Spenden einiger Damen aus dem Volk die Partei und die Sturmabteilungen würde nicht erhalten können. Und irgendwoher hatten die Nazis ja das Geld, denn die Sturmabteilungen wuchsen sprunghaft an! Dabei war jeder SA-Mann auf Kosten der Partei bekleidet, beschuht und gefüttert. Jedes Mitglied der SA bekam, wenn auch ein bescheidenes, so doch ein Gehalt, und zwar in Zeiten der totalen Arbeitslosigkeit in Deutschland. Gerade dieser Umstand und durchaus nicht die etwaigen Redekünste des Führers war das wirksamste Mittel der Anwerbung der neuen Mitglieder der nationalsozialistischen Partei. Ziehe nur das braune Hemd an und deine Kinder würden endlich etwas zu füttern haben. Deswegen wuchsen die Sturmabteilungen auch ständig und dementsprechend schnellten auch die Kosten für ihren Unterhalt in die Höhe. Wo hatte der Führer also das Geld her? Die Mitgliedsbeiträge sind auch keine Erklärung, sonst entstünde gar eine lustige Situation: der zukünftige SA-Mann zahlt also die NSDAP-Beiträge, wird davon später eingekleidet und erhält davon dazu noch sein Gehalt?

Jedoch finden wir die Antwort auf die Frage über die tatsächlichen Quellen der Finanzierung der Nationalsozialisten seltsamerweise in denselben Büchern über ihren Führer enthalten. „Hitler hatte auch systematische Geldbeschaffungsmaßnahmen im Ausland organisiert. Einer seiner eifrigsten Mitteleintreiber war ein gewisser Doktor Hanser aus der Schweiz“ (K. Heiden „Geschichte des Nationalsozialismus“ russ. Ausgabe „Der Weg der NSDAP“).

Ich muss zugeben, als ich auf diesen Satz gestoßen bin, bin ich noch einmal zu seinem Anfang zurückgekehrt. Später noch einmal, um sich zu überzeugen, dass ich den auch richtig verstanden habe.

Der angehende Politiker Hitler sucht das Geld im Ausland!

Um ihren Leser nicht zu verwirren und außerdem seine Psyche zu schonen verwenden die Autoren dieser Bücher über den Führer unbedingt das Wörtchen „auch“ als Zusatz, damit wir, Gott bewahre, nicht denken würden, dass ALLE ihre Geldmittel die junge und hungrige Nationalsozialistische Partei aus dem Ausland bekommen hätte! Ausgerechnet dafür hat man zum Schein ein paar Geschichten über ältere Damen arischer Herkunft und irgendwelcher Industrieller aus Deutschland auf Lager, die Hitler hie und da ein paar Mark gegeben haben sollen.

Man kann die Menschen, die Bürger, die Bewohner eines Landes in ihrem Anliegen sehr gut verstehen, wenn sie Politiker ihres Landes, ihre Landsleute durch die Geldspenden unterstützen wollen. Sie mögen eine führende Persönlichkeit, oder das Programm einer Partei oder finden sonstigen Gefallen an einer bestimmten politischen Richtung. Die Spenden an die politischen Parteien wird man doch nicht verbieten wollen oder können. Dann solle man doch spenden! Jedoch, ist es in jedem unabhängigen Land bzw. Staat den Politikern sehr wohl verboten, die Spenden aus dem Ausland zu erhalten, weil unter der Maske der gutmeinenden Spender die Geheimdienste der machtpolitischen Konkurrenten agieren, die mit Hilfe dieser eine ihnen genehme Marionette zur Macht zu bringen, auf jeden Fall versuchen werden. Natürlich, ausschließlich für die eigenen Interessen und für das eigene Wohl dieser Dienste und ihrer Regierungen. Aus diesem Grunde versucht ein jeder Staat, dem seine Unabhängigkeit auch nur im Mindesten am Herzen liegt, die allerlei große und kleinere Fonds und die verschiedenartigen Vereinigungen, die von den sogenannten ausländischen „Philanthropen“ finanziert werden, sehr genau im Auge zu behalten. Bei uns nennen sich diese „brüderlichen Gemeinschaften“ die „NGOs“, die „Nichtregierungsorganisationen“. Warum wird diesen im modernen Russland so viel Aufmerksamkeit geschenkt? Die Antwort lautet, um die Finanzierung und Lenkung des inneren politischen Kampfes aus dem Ausland nicht zuzulassen.

Es ist vernünftig und an sich richtig. Aber unser Thema handelt ja nicht von den Problemen der „jungen russischen Demokratie“. Es geht um die Schwierigkeiten einer anderen Demokratie, die auch jung, nur nicht russisch, sondern deutsch gewesen ist. Die sogenannte Weimarer Demokratie. Sogar nach einer oberflächlichen Durcharbeitung von unbedeutenden und fragmentarischen Nachrichten dieser Zeit, wird man feststellen, dass Anfang der zwanziger Jahre des XX. Jahrhunderts dortzulande ein seltenes Chaos herrschte. Aus diesem Grunde, im Unterschied zu den heutigen Behörden der Russischen Föderation, hatte es in dem damaligen Deutschland keinen der Machthaber interessiert, wer und warum die NSDAP aus dem Ausland finanzierte. Das Ergebnis des Nichtvorhandenseins der rettenden Neugierde in diese Richtung ist wohlbekannt: im Jahre 1933 ist Adolf Hitler in Deutschland an die Macht gekommen.

Die Frage ist nunmehr, wer aus dem Ausland wollte das Geld dem wenig bekannten deutschen Politiker geben? Die Historiker bringen dazu ihre eigenen Versionen vor, die ohne Rührung zu lesen, einfach unmöglich ist.

„Die Partei, die sich so erfolgreich behauptete, erhielt ihre finanzielle Unterstützung auch aus tschechoslowakischen, skandinavischen und in erster Linie den schweizerischen Finanzkreisen“, (J. Fest „Hitler: Eine Biographie“), schreibt Joachim Fest, den man einen der besten Führerbiographen nennt.

Man muss zugeben, ziemlich unerwartete Behauptung. Und was ist mit „deutschen Industriellen“? Es zeigt sich, dass die ernsten Forscher der Geschichte des Nationalsozialismus, obwohl sie sich doch nicht beeilen, die geschichtlichen Vorurteile ihrer Leser etwa zu zerstören bzw. zu berichtigen, selbst diesen Vorurteilen doch keinen Glauben schenken.

Wozu brauchen die Tschechen ihr Geld dem angehenden Fanatiker Adolf Hitler zu geben? Nichts außer den Aktionen in den Bierstuben und den Zirkusarenen hat der Führer bis dahin vorzuweisen. Ja, seine Auftritte sind gut, ja er ist talentiert, und zwar verdammt talentiert. Aber er ist gleichzeitig doch nur eine der Figuren der regionalen bayerischen politischen Szene! Und nicht nur er! Die Nationalsozialisten insgesamt sind nur eine winzige politische Gruppierung. Das schreiben die „großen Kenner“ des Dritten Reiches ja sogar selbst.

„Bis zum Jahre 1930 sind die Nazis nur eine unbedeutende Partei, die sich auf der Peripherie des politischen Lebens in Deutschland befindet“ (Alan Bullock „Hitler and Stalin“).

Was gehen also die Tschechen die Nazis an? Welchen Grund hätten die Skandinavier, Hitler zu finanzieren? Warum sollen die Nationalsozialisten den Schweizern so von Nutzen sein? Bei den Historikern werden Sie die Antworten darauf in der Regel nicht finden. Und zwar aus dem ganz einfachen Grunde, da man nämlich keine plausiblen Gründe dafür sich würde ausdenken können. In der Regel folgen daraufhin als Antwort nichtssagende Sätze wie: „die Gründe, nach denen sich die Unterstützer der Partei orientierten, waren von sehr mannigfaltiger Natur, wie auch die Quellen der Finanzierung selbst“. (J. Fest „Hitler: Eine Biographie“)

Wir bräuchten aber nicht die nichtssagenden Hinweise, sondern die Antworten! Es ist wohl sehr angenehm, die Bücher zu schreiben, sie in Millionenauflagen zu verlegen, auskömmlich das ganze Leben davon zu leben, aber nichts von den in diesen aufgeworfenen Fragen zu verstehen! Ich habe wohlgemerkt nichts gegen das gute Leben der Schriftsteller und Forscher im Allgemeinen. Aber ich möchte, dass sie ihre Leser wenigstens respektieren!

Im Jahre 1938-1939 Jahren wird die Tschechoslowakei von Hitler zergliedert sein und danach Teil für Teil verschluckt werden. Haben denn die geheimnisvollen tschechischen Freunde dafür der NSDAP das Geld gegeben? Sind sie denn noch alle bei Verstand gewesen?

Die neutralen „Skandinavier“ haben ja angeblich Adolf Hitler auch geholfen gehabt. Was für Skandinavier waren es denn? Könnten es vielleicht die Norweger gewesen sein, deren Territorium im Jahre 1940 von dem Empfänger ihres Geldes einverleibt werden wird? Kann es nicht sein, dass der norwegische König sich aus der Langeweile für das politische Roulette-Spiel entschieden hatte und hatte dabei dem zukünftigen Führer die entsprechenden Mittel gewährt, um später aus seinem Land auf einem englischen Torpedobootzerstörer fliehen zu müssen?Meine Leser würden mir doch zustimmen, dass es angenehmere und einfachere Weisen gibt, einen Meeresspaziergang für sich zu organisieren. Wären die bezeichneten „Skandinavier“ etwa die Dänen, die ohne jeden Widerstand seitens ihrer eigenen Armee okkupiert wurden? Oder die Schweden, die nur durch ein Wunder es schafften, bis zum Ende des Krieges in diesem Konflikt neutral zu bleiben?

Wir sagten bereits, dass eine beliebige Geldmittelzuweisung an die politischen Parteien unbedingt dem Erreichen irgendwelcher Ziele dienen soll. Besonders wenn es sich um die Finanzierung von Politikern von den Bürgern fremder Staaten handelt. Damit werden ja viel gewichtigere Ziele von globalem Charakter verfolgt. Entsprechend müsste auch der verfolgte Vorteil daraus von nicht einfach nur ökonomischer, sondern höchstwahrscheinlich auch geopolitischer und strategischer Natur sein.

Der Sinn für irgendjemanden von seinen „Geldgebern“, Hitler zu finanzieren, bleibt mir vollkommen schleierhaft. Wo ist dabei ihr „Geschäft“, wo der Gewinn? Wo zumindest der geopolitische Gewinn? Welchen Nutzen hätten die Tschechoslowakei, Norwegen oder die Schweiz von der Wiedergeburt eines starken deutschen Staates? Eben keinen. Oder waren sie Geheimanhänger des Nationalsozialismus? Nein, über solche Anhänger aus Dänemark, Tschechoslowakei oder noch unglaublicher aus der Schweiz haben wir nichts mitbekommen. Natürlich, haben sich auch da ein paar Hundert Fanatiker gefunden und haben die Reihen der SS-Divisionen und anschließend die entsprechenden Massengräber gefüllt gehabt. Aber sind doch die Finanzierung und das Kanonenfutter zwei verschiedene Paar Schuhe!

„Im Herbst 1923 ist Hitler nach Zürich gereist und wäre, wie man berichtete, mit einer Truhe voller Schweizer Franken und Dollarscheinen zurückgekehrt”, (J. Fest „Hitler: Eine Biographie“), schreibt Joachim Fest. Das heißt, kurz vor dem versuchten staatlichen Umsturz hat jemand dem zukünftigen Führer eine solide Geldsumme in der Währung bereitgehalten. Und uns versucht man zu überzeugen, dass es die Schweizer gemacht hätten!

Dazu eine Erklärung. In April 1917 ist Wladimir Iljitsch Lenin nach Petrograd aus der Schweiz angekommen, in einem „verplombten“ Eisenbahnwagen durch das deutsche Territorium eingereist. Warum schreiben denn dann die Autoren, dass die finanziellen Mittel, die die Bolschewiki erreicht hatten, die Geldüberweisungen des deutschen Generalstabes waren? Was für Dummheiten sollen das denn sein? Lenin lebte doch in der Schweiz, in Zürich, wo sechs Jahre später auch Adolf Hitler, um sein Geld abzuholen, hingefahren ist. Deshalb, wenn man der Logik der Autoren der Bücher über den Führer folgen würde, hatte Lenin das Geld doch von den Schweizern erhalten haben müssen! Der schweizerische Geheimdienst also als der Organisator der Oktoberrevolution! „Komischerweise“ ist niemand darauf gekommen. Weil, genauso wie im Fall mit den Nationalsozialisten, total unklar ist, warum den Schweizern die russische Revolution oder die deutschen Marginalgruppierungen so am Herzen gelegen haben sollen. Würde man damit mehr Schokolade in zerstörtem Europa absetzen können? Oder würde sich die Nachfrage nach den Edel-Uhren etwa vergrößert haben?

Wir werden nichts von der Geschichte des Aufstieges Hitlers zur Macht und den Auslöser für den Zweiten Weltkrieg verstehen, solange wir die Tschechen und die Schweizer für die Schatzmeister der Nationalsozialisten halten werden. Warum schreiben die Autoren der Bücher über Hitler solch unverhohlenen Unsinn? Verstehen sie denn wirklich die ganze Naivität dessen nicht, worüber sie schreiben? Sie verstehen die sehr wohl, deshalb werden wir auch mit den nichtssagenden Antworten abgespeist. Aus gewisser Sorgfalt des Vorgehens können sie die Fragen doch nicht ganz unbeantwortet lassen. Da sie ja eine Menge von Zeugnissen haben, dass die Finanzierungskanäle Hitlers durch die Tschechoslowakei, die Skandinavischen Länder und die Schweiz organisiert wurden. Und obwohl die Nachrichten darüber nur ein Paar der Zeilen groß sind, sagen diese über den Verlauf und die Folgen der Weltkriege mehr aus, als ganze Seiten historischer Werke.

Die Finanzierung der dunklen Machenschaften und der fragwürdigen Geschichten der Weltpolitik wird immer durch die Banken und Persönlichkeiten der neutralen Länder erledigt! Kommen die Machenschaften ans Tageslicht, so könnte man dabei alles den neutralen Ländern in die Schuhe schieben, die Supermächte würden außen vor bleiben. Die ehrenwerten Historiker zählen uns gerade die neutralen Länder auf. Die schweizerischen Bankiers erfüllten dabei nur ihre Arbeit. Man hatte sie beauftragt, Hitler das Geld zu übergeben, so taten sie es auch.

Noch eine sehr wichtige Frage: warum gaben die „gutmütigen“ Neutralen das Geld gerade ihm, Hitler? Kann denn nicht sein, sie sponserten gleich alle Parteien aus Deutschland, und es danach darauf ankommen zu lassen? Nein, nicht alle, sondern nur den perspektivreichsten, zukunftsträchtigsten. Wobei man das Geld nicht nur an Adolf Hitler übergab. „Das sogenannte „dunkle Pferdchen“ Kurt Lüdecke hatte ebenso aus den bisher nicht ganz aufgeklärten, offenbar ausländischen Quellen größere Geldmittel erhalten, womit er seine „eigene“ SA-Abteilung von mehr als fünfzig Mann finanzierte“ (J. Fest „Hitler: Eine Biographie“).

Wer war dieser Kurt Lüdecke? Ein hochgestellter Nazi? Nein, in den Büchern können Sie auf folgende Charakteristiken stoßen: „einer der früheren Anhänger der Bewegung“, „einer der Genossen“ und sogar „der Agent Hitlers“. Und dieser durch nichts ausgezeichnete „Genosse“ schöpft aus gewissen unbekannten, aller Wahrscheinlichkeit nach ausländischen Quellen das Geld für den Jungpolitiker Hitler. Dann stoßen wir auf dieses „dunkle Pferdchen“ als einen Korrespondent des zentralen Organes der nationalsozialistischen Partei, der Zeitung „Völkischer Beobachter“. Warum ernennt Hitler einen wichtigen Mittelbeschaffer, einen seiner nächsten Genossen, nicht zum Gauleiter oder Gruppenführer der SS, nicht mal zum Chefredakteur, sondern zum einfachen Korrespondenten? Solch alte Freunde, besonders solch clevere, würden doch dem neuernannten Reichskanzler Adolf Hitler auf viel verantwortungsvolleren Posten viel nützlicher sein können. Kurt Lüdecke wird aber zum Schreiben von Reportagen abkommandiert.

Man braucht sich diesbezüglich nicht zu verwundern: „dunkles Pferdchen“ ist das Synonym für „Spion“ oder „Agent“. Ein Korrespondent der Zeitung ist die beliebte Legende für die Arbeit von verdeckten Mitarbeitern der Geheimdienste. Und daraus, wonach sich Lüdecke in den 30-er Jahren begibt, können wir die Schlüsse ziehen, woher er seine „Finanzierung“ in den 1920-1922 Jahren, in den Zeiten des Aufkommens des Nazismus, schöpfte. Wohin begibt er sich also? Nach Bremen, Rostock oder Berlin? Kann es sein, dass er nach Moskau, Prag oder Genf reist? Nein, Kurt Lüdecke geht in die USA…

Es existiert außerdem eine noch interessantere Version, Hitler würde vom französischen Geheimdienst finanziert („Nesawisimaja Gaseta“, russ. „Unabhängige Zeitung“ vom 29.04.2005)!

Dieser Logik sind wir bereits begegnet. Es gibt also die Nachrichten, dass die Finanzinfusionen an die Nazipartei aus benachbartem Frankreich erfolgten. Darüber nicht zu schreiben, wäre an sich nicht korrekt. Aber man muss dies doch auch irgendwie erklären können, warum also die Franzosen dies tun würden. Aus dem Grunde, informieren uns die „Forscher“, dass die Franzosen die Nationalsozialisten als bayerische Separatisten betrachteten!

Das ist nunmehr eine Tatsache, dass Frankreich schon immer ein Anhänger der Zersplitterung Deutschlands gewesen ist. Deswegen erscheint es in dem Zusammenhang nicht ohne Sinn, das Geld eben denen zu geben, die die bayerische Unabhängigkeit fordern. Nur gibt es dabei einen Hacken: die Nazis sprachen sich dafür niemals aus. Frankreich war im Übrigen für Hitler in Deutschland zum Feind Nummer eins erklärt worden. „Denn darüber muss man sich endlich vollkommen klar werden: Der unerbittliche Todfeind des deutschen Volkes ist und bleibt Frankreich. Ganz gleich, wer in Frankreich regierte oder regieren wird, ob Bourbonen oder Jakobiner, Napoleoniden oder bürgerliche Demokraten, klerikale Republikaner oder rote Bolschewisten: das Schlussziel ihrer außenpolitischen Tätigkeit wird immer der Versuch einer Besitzergreifung der Rheingrenze sein und einer Sicherung dieses Stromes für Frankreich durch ein aufgelöstes und zertrümmertes Deutschland.“, schrieb Hitler ein wenig später in „Mein Kampf“. Es kann doch nicht sein, dass bei dem französischen Geheimdienst nur Dummköpfe das Sagen haben würden?

Zum Zeitpunkt der französischen Zuwendungen war Hitlers Buch noch nicht geschrieben worden, daraus entstand also die ganze „Überschneidung“, könnte die einzig mögliche Antwort der „Hitlerforscher“ darauf lauten. Es stimmt auch, dass das Programmwerk des Führers noch nicht geschrieben worden war. Aber doch das NSDAP-Programm. Es würde doch möglich gewesen sein, wenn auch aus reiner Neugier, sich mit diesem vertraut zu machen, bevor man doch die Mittel übergibt, um zumindest die Separatisten von den Nationalsozialisten auseinander halten zu können.

Die Franzosen haben aber anscheinend das Programm der NSDAP nicht gelesen gehabt. Möglicherweise hatten die französischen Geheimdienste des Geldes so viel, dass sie sich nicht die Mühe antun wollten, sich mit der Lektüre der Dokumente jener Organisationen, an die sie die Finanzhilfen austeilten, zu beschäftigen. Haben die sich damit einfach an das entsprechende Budget herangewagt, das zur Finanzierung von extremistischen Organisationen bei dem deutschen Nachbarn aufgestellt wurde, um es entsprechend aufzuteilen?

Warum können wir dies unsererseits behaupten? Na, weil ein Jeder, der das Programm der Hitlerpartei durchschauen würde, feststellen könnte, dass der Separatismus darin nicht mal andeutungsweise erwähnt wird! Genauso wie ein jeder „Kapitalist“ in diesem die ganz und gar nicht „kapitalistischen“ Punkte über „entschädigungslose Konfiskation des Bodens“ und „Nationalisierung der Industrieunternehmen“ finden könnte.

Ganz im Gegenteil also, die NSDAP bekannte sich klar zu der deutsche Einheit. Schon der erste Punkt des Programms konnte alle Zweifel daran sofort zerstören:

„Erstens: Wir fordern den Zusammenschluss aller Deutschen auf Grund des Selbstbestimmungsrechtes der Völker zu einem Groß-Deutschland.“

Nehmen wir mal an, die französischen Geheimdienste würden keinen leichten Weg gesucht haben und deswegen das Programm der NSDAP nicht vom Anfang an, sondern vom Ende her gelesen haben. Aber auch da trat die Klarheit des Vorhabens augenblicklich vor die Augen. Das Programm der Nationalsozialisten, das am 1. April 1920 angenommen wurde und volkssprachlich „25 Punkte“, entsprechend der Anzahl der darin enthaltenen Punkte, geheißen hatte, hatte als den letzten, den 25. Punkt, der alle vorhergehenden zusammenfasste, nämlich den folgenden:

„Zur Durchführung alles dessen fordern wir die Schaffung einer starken Zentralgewalt des Reiches. Unbedingte Autorität des politischen Zentralparlaments über das gesamte Reich und seine Organisationen im Allgemeinen.“

Mit gleichem Erfolg könnte man General Denikin(Kommandeur der Weißen Armee während des Bürgerkrieges 1917-1923 – Anm. d. Übers.) mit seiner Devise „Einheitliches und unteilbares“ Russland oder die Volkslandwehr von Minin und Poscharski (Führer der russischen Volkserhebung gegen die polnisch-litauische Besetzung während der Wirren Anfang des 17. Jahrhunderts – Anm. d. Übers) zu Separatisten bestimmt haben. Bedeutet das, dass die Franzosen es tatsächlich versäumt haben, sich das Programm der Nationalsozialisten durchzulesen? Oder haben sie es gelesen und verstanden deswegen auch gut, wem sie das Geld gaben? Aber warum bräuchten die Franzosen, jene Bewegung auf die Beine zu stellen, die nach nur fünfzehn Jahren die Okkupation ihrer Heimat anführen wird? Es kommt doch manchmal das Folgende vor, dass ein Herr einen riesigen bösen Hund auf den Untergang seiner Nachbarn aufzieht, dieser aber, außer Rand und Band geraten, letztendlich sich gegen seinen Herren selbst richtet.

Das, was in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg vor sich ging, bedarf einer besonderen, ausführlicheren Darstellung. Die Auszahlung der Reparationen hatte zu ungeahnter Inflation, ungeheurer Arbeitslosigkeit, und als Folge davon zum katastrophalen Abfall der Lebensqualität der Bevölkerung insgesamt geführt. Die des Hungers sterbenden Kriegsinvaliden waren die deutsche Realität des Anfangs der 20-er Jahre des vorigen Jahrhunderts gewesen. Außerdem die unbeheizten Häuser, die halbhungrigen Kinder, die Welle der Selbstmorde. Die Schwächeren sahen den Ausgang aus dem sie umgebenden Alptraum im Öffnen des Gasventils oder einem gut eingeseiften Stricke. Es ist vorgekommen, dass sich ganze Familien das Leben genommen haben.

Anständig bekleidete Menschen (die Kleidung aus den Vorkriegszeiten war noch nicht abgetragen) wühlten in den Müllgruben auf der Suche nach Essensresten. Das furchtbare Wüten der Armut und der Prostitution, die Bettler überall, die Demonstrationen der Kriegsveteranen mit der Forderung zur Vergrößerung der Invalidenrente. Denn dafür würde man sein Glas Milch kaufen können, aber auch nur dieses.

Den Zeitzeugen der Perestroika und des Zerfalls der Sowjetunion sollten die Bilder doch wohl bekannt vorkommen. Mit einem Unterschied, dass die Reformen Gaidars bei uns zulande im Vergleich zu der deutschen Nachkriegswirklichkeit die regelrecht paradiesischen Zustände darstellten. Deutschland ist durch das Fegefeuer, durch alle Kreise Dantes Hölle gegangen. Die Inflation war atemberaubend! Im Herbst 1923 kostete ein Hühnerei so viel wie 1913 an die 30 Mio. Eier! (Alan Bullock „Hitler and Stalin“) Dem damals jungen amerikanischen Reporter Ernest Hemingway erzählt ein deutscher Kellner eine rührende Geschichte, wie er genug Geld angespart hätte, um ein Hotel erwerben zu können. Jetzt könne er sich für dieses Geld nur vier Flaschen Sekt leisten. Ernst Hanfstaengl, nach Hause zurückgekehrt, kann für seinen kleinen Sohn keine Milch bekommen. Diese gab es nämlich nur nach den Lebensmittelkarten, war aber trotzdem nicht zu bekommen. Der einzige Weg war, in einem 5-Sterne-Hotel so viel an Kaffee zu bestellen, dass man aus den beigefügten Portionen Sahne die Milchflasche des Kindes füllen könnte (Ernst Hanfstaengl „Hitler. The Missing Years“).

Für ausführlichere Informationen zum Thema empfehle ich die Romane von Erich Maria Remarque, besonders „Der Schwarze Obelisk“. In dem die Szenen prächtig beschrieben sind, wo man mit seinem Lohn schnellstens zum Mittagessen ins Geschäft laufen musste, weil nämlich bereits am nachmittags an die Preisen eine zusätzliche Null hintendran gesetzt sein könnte.

Aber so lebt nur der durchschnittliche Deutsche. Die Nationalsozialisten haben zwar anfangs auch viele Schwierigkeiten vom Finanzcharakter. Die ersten Sturmabteilungen können z.B. keine Truppenbesichtigungen im Winter durchführen: es gibt kein warmes Schuhwerk. Aber nach und nach kommen die Dinge langsam in die Gänge. Die Führung der SA und die Parteifunktionäre werden in Währung entlohnt (J. Fest „Hitler: Eine Biographie“)

Das bedeutet die Stabilität und Garantie für ein anständiges Lebens in hyperinflationärem Deutschland. Wie auch jede Partei finanziert sich die Partei durch Beiträge und Spenden. Die SA-Männer gingen die Straßen der deutschen Städte mit den Geld-Krügen in der Hand ab und für die Auftritte Hitlers, die in Zirkusarenen stattfanden, wurden wie für Theater-Vorstellungen Karten verkauft. Dazu muss aber berücksichtigen, dass die Einkünfte dieser Art sich aus den augenblicklich sich entwertenden deutschen Mark zusammensetzten. Die interessierten älteren Damen haben dabei wie gesagt auch gespendet. „Keine Partei konnte damals für die Mitgliedsbeiträge, die in Reichsmark ausgezahlt wurden, existieren“ (K. Heiden „Geschichte des Nationalsozialismus“ russ. Ausgabe „Der Weg der NSDAP“), schreiben über diese Zeit die Historiker. Wer aber Hitler die Dollars und die Schweizer Franken gab, haben sie uns bis heute nicht in aller Deutlichkeit erklären können. Man kann aber die Frage auch selbständig beantworten. Wenn wir verstanden haben, wessen Interessen der Führer und die Nazipartei entsprachen, werden wir auch erkennen, wer das Geld für die Entwicklung dieser gegeben hatte. Wie aber erkennen, auf wessen Mühlenrad Hitler im Begriff war, das Wasser zu gießen? Nichts einfacher als das. Wir brauchen (im Unterschied zu den französischen Geheimdienstlern) nur sein Programmbuch durchzublättern. Schauen wir in „Mein Kampf“ rein und alles wird uns verständlich werden.

Dieses Buch ist vielschichtig: in ihm findet man die persönlichen Erinnerungen eines Frontsoldaten, die Aussprüche eines Antisemiten mit- und durcheinander vermischt. Uns aber interessieren nur die politischen Ansichten des Autors. Alles das, was sein Programm zu verstehen und zu bewerten uns ermöglicht, um seine wahren Handlungsabsichten daraus ableiten zu können. Seine Sponsoren hatten im Unterschied zu uns doch keine Ahnung gehabt, auf welche Art und Weise seine politische Karriere zu Ende gehen wird.

Erstens geht es im Buch um die Analyse der Gründe für die deutsche Niederlage im Ersten Weltkrieg.

„Wenn europäische Bodenpolitik nur zu treiben war gegen Russland mit England im Bunde, dann war aber umgekehrt Kolonial- und Welthandelspolitik nur denkbar gegen England mit Russland… Allein man dachte ja auch gar nicht daran, sich mit Russland gegen England zu verbünden, so wenig wie mit England gegen Russland, denn in beiden Fällen wäre das Ende ja Krieg gewesen,…“

Bereits aus diesem Ausspruch wird die deutliche Ausrichtung der zukünftigen Politik Hitlers klar geworden sein. Wenn man also jemandem etwas abzunehmen im Begriffe ist, müsste man sich mit dem verbünden, dem man eben nichts abnehmen möchte. Die Diplomatie des Kaiserreichs ist nicht darauf gekommen und hat sich deswegen in den Krieg gegen die ganze Welt hineinziehen lassen.

„Da man aber überhaupt von einer planmäßigen Vorbereitung des Krieges nichts wissen wollte, verzichtete man auf Grunderwerb in Europa und opferte, indem man sich statt dessen der Kolonial- und Handelspolitik zuwandte, das sonst mögliche Bündnis mit England, ohne aber nun logischerweise sich auf Russland zu stützen, und stolperte endlich, von allen, außer dem habsburgischen Erbübel, verlassen, in den Weltkrieg hinein.“

Wenn man mit allen auf einmal kämpft, wäre es unmöglich, zu siegen. Das ist die erste Schlussfolgerung, zu der der Autor von „Mein Kampf“ durchdringt. Weiter analysiert er, wie geschlossen die Reihen der potenziellen Gegner seines Landes wären.

„Denn darüber muss man sich endlich vollständig klar werden: Der unerbittliche Todfeind des deutschen Volkes ist und bleibt Frankreich.“

Das andere Mitglied der Entente aus den Reihen der potenziellen Gegner – England – charakterisiert Hitler in einer ganz anderen Tonart. Er rechtfertigt diesen sogar.

„Gerade um Frankreichs Macht nicht übergroß anwachsen zu lassen, war eine Beteiligung Englands an seinen Raubgelüsten die einzig mögliche Form des eigenen Handelns. Tatsächlich hat England sein Kriegsziel nicht erreicht.“

Die Söhne des nebeligen Albions (die Engländer – Anm. d. Übers.) bemühten sich immerwährend, die stärkste Macht auf dem Kontinent zu schwächen. Vor kurzem noch ist es Deutschland gewesen. Aber es ist nunmehr zerschlagen, ausgeraubt und stellt keine Gefahr für die Engländer mehr dar. Nach Meinung Hitlers, kann England nunmehr nur mit Frankreich unzufrieden sein!

„So war die Frucht des Kampfes gegen die Machtentwicklung Deutschlands politisch die Herbeiführung der französischen Hegemonie auf dem Kontinent.“

Aber die Prinzipien der britischen Politik werden nicht nur für Jahrzehnte, sondern für Jahrhunderte geschmiedet! Auch jetzt, ist die Meinung Hitlers, sollten die Engländer von diesen auf keinen Fall zurücktreten.

„Englands Wunsch ist und bleibt die Verhütung des übermäßigen Emporsteigens einer kontinentalen Macht zu weltpolitischer Bedeutung, d.h. also die Aufrechterhaltung einer bestimmten Ausgeglichenheit der Machtverhältnisse der europäischen Staaten untereinander; denn dies erscheint als Voraussetzung einer britischen Welthegemonie.“

Hier zieht Hitler noch eine Schlussfolgerung. Die Hauptschlussfolgerung des Buches. Gerade wegen dieser war das ganze Buch verfasst worden:

„Wer von dem obigen Gesichtspunkt aus eine Prüfung der heutigen Bündnismöglichkeiten für Deutschland vornimmt, muss zu der Überzeugung gelangen, dass als letzte durchführbare Bindung nur eine Anlehnung an England übrigbleibt.“

Wie es doch so schön heißt: „Vergangenes vergangen sein lassen“, also will auch Hitler die alten Sünden Großbritanniens vergessen. Die Niederlage des Jahres 1918, die Revolution, die versenkte deutsche Flotte, die Reparationen – das alles ist er bereit zu vergessen. Die Briten hätten das Ganze doch nicht des Übels wegen getan.

Sozusagen: „It’s nothing personal, it’s only business“.

„Nun wird aber Bündnispolitik nicht getrieben vom Gesichtspunkt rückblickender Verstimmungen aus, sondern vielmehr befruchtet von der Erkenntnis zurückblickender Erfahrungen. Die Erfahrung aber sollte uns nun belehrt haben, dass Bündnisse zur Durchführung negativer Ziele an innerer Schwäche kranken.“

Deshalb sollte man mehr positiv denken. Man muss es den Engländern nicht übel nehmen und von ihnen auch keine übernatürliche Güte erwarten. Auch nicht die etwa pro-deutschen Stimmungen. Solche Politiker und solche Politik wird es in England niemals geben.

„Es wird jeder Engländer als Staatsmann natürlich erst recht Engländer sein, jeder Amerikaner Amerikaner , und es wird sich kein Italiener bereitfinden, eine andere Politik zu machen als eine pro-italienische . Wer also Bündnisse mit fremden Nationen aufbauen zu können glaubt auf einer pro-deutschen Gesinnung der dort leitenden Staatsmänner, ist entweder ein Esel oder ein unwahrer Mensch. Die Voraussetzung zur Aneinanderkettung von Völkerschicksalen liegt niemals in einer gegenseitigen Hochachtung oder gar Zuneigung begründet, sondern in der Voraussicht einer Zweckmäßigkeit für beide Kontrahenten. D.h. also: So sehr, sagen wir, ein englischer Staatsmann immer pro-englische Politik betreiben wird und niemals pro-deutsche, so sehr können aber ganz bestimmte Interessen dieser pro-englischen Politik aus den verschiedensten Gründen heraus pro-deutschen Interessen gleichen.“

Die Übereinstimmung der Interessen – das ist jenes Sprungbrett, das Deutschland seine glänzende Zukunft bescheren wird und Hitler seinerseits die Gipfeln der politischen Macht im Lande.

„England wünscht kein Deutschland als Weltmacht, Frankreich aber keine Macht, die Deutschland heißt: ein denn doch sehr wesentlicher Unterschied! Heute aber kämpfen wir nicht für eine Weltmachtstellung, sondern haben zu ringen um den Bestand unseres Vaterlandes, um die Einheit unserer Nation und um das tägliche Brot für unsere Kinder. Wenn wir von diesem Gesichtspunkte aus Ausschau halten wollen nach europäischen Bundesgenossen, so bleiben nur zwei Staaten übrig: England und Italien.“

Interessant, dass in den Büchern wie sowjetischer als auch westlicher Historiker und Politiker die nahezu ungehemmte Liebe Hitlers zu Großbritannien nicht diskutiert wird. Die Autoren erwähnen das entweder überhaupt nicht oder mit nur einer Zeile, wie zum Beispiel: „Die einzig möglichen Verbündeten Deutschlands sind England und Italien“ (Churchill W.S. The Second World War).

Weiter lässt sich Hitler dazu aus, dass für England und Italien starkes Frankreich auf dem europäischen Kontinent wie ein Knochen in der Kehle sein müsste. Die Logik des Führers ist einfach und durchsichtig. Da diese Länder an der Existenz eines starken Frankreich nicht interessiert sind, das zum Hegemon Europas nicht ausschließlich dank der eigenen Stärke, sondern gerade wegen der Schwäche Deutschlands wird, so werden diese Länder dadurch zu deutschen Freunden, wenn auch gezwungenermaßen. Der Feind meines Feindes ist mein Freund. Und wenn auch kein Freund, so doch auch kein Feind und Widersacher!

„Bei nüchternster und kältester Überlegung sind es heute in erster Linie diese beiden Staaten England und Italien , deren natürlichste eigene Interessen den Existenzvoraussetzungen der deutschen Nation wenigstens im allerwesentlichsten nicht entgegenstehen, ja in einem bestimmten Maße sich mit ihnen identifizieren.“

Während dieses Kapitels wird das Wort „England“ so oft wiederholt werden, dass es den Leser regelrecht in Erstaunen versetzt. Wieder und immer wieder spielt Hitler mit demselben Gedanken, wobei er diesen von verschiedenen Seiten in Angriff nimmt und immer ein und dasselbe wiederholt.

„Für Deutschland jedoch bedeutet die französische Gefahr die Verpflichtung, unter Zurückstellung aller Gefühlsmomente, dem die Hand zu reichen, der, ebenso bedroht wie wir, Frankreichs Herrschgelüste nicht erdulden und ertragen will.„

Worüber redet Hitler? Kann es sein, dass der Führer dem nebeligen Albion seine Freundschaft anbietet? Also noch vor fast zehn Jahren vor seiner Ankunft an der Macht? Ja, er sagt gerade das. Direkt und ohne Umschweife:

„In Europa wird es für Deutschland in absehbarer Zukunft nur zwei Verbündete geben können: England und Italien.“

Der Schlüssel zum Erfolg für das schwache und müde Deutschland ist das Bündnis mit den Siegern, die gerade wegen ihrer Schwäche nicht an ihrer weiteren Schwächung interessiert sind!

Und da habe ich es begriffen. Nicht für die deutschen Bürger und die Hausfrauen hatte Adolf Hitler sein Buch verfasst gehabt! Nicht für die kleinen Buben aus Hitlerjugend, nicht für die breitschultrigen SA-Männer, nicht für die in schwarze Uniformen gekleideten SS-Angehörigen. Die Seiten von „Mein Kampf“ waren für Hitler eine wunderbare Möglichkeit, sich an die Herrscher der damaligen Welt – die Engländern – zu wenden, um ihnen den so einfachen, wie auch klaren Gedanken als Vorschlag zu unterbreiten. In Deutschland unter Leitung Hitlers entstehe eine neue mächtige Bewegung. Bis heute habe diese nicht genug an Kraft und Macht, wäre also noch in Entwicklung begriffen. Diese erfordere Hilfe von außen. Wie ein Pflanzentrieb zum Lichte würde sich durch den politischen Boden Deutschlands die neue nationalsozialistische Partei hindurchschlagen. Es fehle dieser nur an einem: Geld und nochmals Geld. Man bräuchte vor uns keine Angst haben. Wir seien die „guten“ Burschen, die keine Gefahr für England darstellen. Eine mächtige proenglische Strömung schafft und versucht der ehrgeizige deutsche Politiker Adolf Hitler zu den Gipfeln der Macht zu führen. Die Briten könnten mit ihm ruhigen Gewissens ein Bündnis eingehen, könnten aber auch nach Kräften angemessene Unterstützung leisten. Und wenn er den deutschen politischen Olymp erstiegen haben würde, so würde er eine dem Vereinigten Königreich genehme Politik betreiben, weil es eben zwischen seinen Zielen und den Zielen der englischen Politik keine Widersprüche gäbe. Andere Verbündeten wären für Hitler an sich überhaupt nicht mehr notwendig.

„Wie konnte man jeden einzelnen dieser Punkte (des Versailler Vertrages – Anm. d. Übers.) dem Gehirn und der Empfindung dieses Volkes so lange einbrennen, bis endlich in sechzig Millionen Köpfen, bei Männern und Weibern, die gemeinsam empfundene Scham und der gemeinsame Hass zu jenem einzigen feurigen Flammenmeer geworden wäre, aus dessen Gluten dann stahlhart ein Wille emporsteigt und ein Schrei sich herauspresst: Wir wollen wieder Waffen!“

Der Versailler Vertrag hat Deutschland tatsächlich an den Rand eines Niedergangs gestellt. Die gewaltigen Reparationen, der Hunger, die Kälte, das Elend, die Arbeitslosigkeit, die Welle der Selbstmorde. Also welcher Art von „Schrei“ sollte nach Meinung des Führers der Tiefe der Seele des deutschen Volkes entsteigen? Geben Sie uns das Essen? Lassen Sie heizen, damit wir uns wärmen können? Geben Sie uns Arbeit? Erheben Sie keine Reparationen? Heben Sie den Versailler Vertrag auf?

Nein. Hitler schreibt in seinem Werk über etwas anderes. Und zwar deswegen, weil er das Buch für ganz andere Menschen geschrieben hat, als die Forscher des Naziregimes meinen.

„Geben Sie uns wieder die Waffen!“ – das ist sein Anliegen zum Ende der Aussage.

Deutschland soll die Sieger um Waffen anhalten? Um den Krieg wieder zu beginnen. Vielleicht gegen die, die sein Vaterland beraubt und zerstört haben? Um die von seinem Land abgesonderten Territorien oder die überseeischen Kolonien zurückzugeben? Wer würde denn so dumm sein und den Deutschen die Waffen für den Krieg gegen sich selbst geben? Machen Sie sich keine Mühe, die Fragen selber zu beantworten, denn die Antworten haben wir im Buch bereits drin stehen. Und diese sind äußerst deutlich erklärt worden.

„…also Zurückstellung der Interessen der abgetrennten Gebiete gegenüber dem einzigen Interesse, dem verbliebenen Rest jenes Maß an politischer Macht und Kraft zu erringen…“

Er wird die verlorenen Gebiete nicht zurückfordern. Denn das Bündnis mit England ist eine einzige Möglichkeit für Deutschland, wiederhergestellt zu werden und wieder zur verlorengegangenen Größe zurückzufinden. Dazu müsste man eben ein Bauernopfer bringen! Denn der Sieger, repräsentiert durch die Briten, sollte Deutschland nicht fürchten, sondern aufrüsten. Diese Waffen werden für ganz andere, gemeinsame Ziele verwendet werden, und zwar für die Eroberung der neuen Gebiete zur Bereicherung beider Völker.

„Völkerschicksale werden fest aneinander geschmiedet nur durch die Aussicht eines gemeinsamen Erfolges im Sinne gemeinsamer Erwerbungen, Eroberungen, kurz einer beiderseitigen Machterweiterung.“

Wo möchte denn der Führer, die neuen Gebiete zum Ruhme Deutschlands und Englands herschaffen? Darüber erzählt das ganze nächste, 14. Kapitel seines Buches. Das auch entsprechend heißt: „Die Östliche Orientierung oder die östliche Politik“. Gerade dieses zitierten so gerne die sowjetischen Historiker. Jedoch verliert sich wegen der Loslösung dieses von dem vorhergehenden Kapitel die ganze Logik der Überlegungen Hitlers (deshalb verzeihe mir, mein werter Leser, für die weiteren ausgedehnten Zitate). Diese an sich ist aber für das Verständnis der Ursprünge und der Gründe des Zweiten Weltkrieges von immenser Bedeutung. Noch wichtiger ist der Gedankengang des zukünftigen Führers und Kanzlers Deutschlands für die Antwort auf die Frage, was am 22. Juni 1941 in Wirklichkeit vorgefallen ist…

Gerade in diesem 14. Kapitel erklärt Hitler ohne Umschweife, wo die Faschisten das deutsche Volk hintreiben werden, falls sie von den Siegern des Ersten Weltkrieges die notwendigen Waffen bekommen werden:

„Die Forderung nach Wiederherstellung der Grenzen des Jahres 1914 ist ein politischer Unsinn von Ausmaßen und Folgen, die ihn als Verbrechen erscheinen lassen.“

Nach den Ergebnissen des Ersten Weltkrieges verlor Deutschland Teile seines Territoriums. Von diesen Teilen haben sich zu ungleichen Teilen Frankreich, Polen, die Tschechoslowakei und Litauen abgezweigt. Die überseeischen Kolonien haben sich die Engländer unter den Nagel gerissen. Die Forderung nach Rückführung dieser Gebiete würde einen Krieg gegen diese Länder bedeuten. Polen, die Tschechoslowakei und Litauen sind die von Britannien kontrollierten Länder, Frankreich Britanniens Hauptverbündeter.Einen solchen Krieg werden die Engländer nicht wollen und darum keine Waffen oder Geld dafür liefern. Hitler fegt die Zweifel der Engländer sofort und für immer weg. Er braucht kein Elsass, kein Lothringen, der Teufel solle sie holen. Es gibt viel interessantere Sachen zu haben. Aber wo? Im Osten. Etwas weiter, hinter Polen und Litauen.

„Damit ziehen wir Nationalsozialisten bewusst einen Strich unter die außenpolitische Richtung unserer Vorkriegszeit. Wir setzen dort an, wo man vor sechs Jahrhunderten endete. Wir stoppen den ewigen Germanenzug nach dem Süden und Westen Europas und weisen den Blick nach dem Land im Osten. Wir schließen endlich ab die Kolonial- und Handelspolitik der Vorkriegszeit und gehen über zur Bodenpolitik der Zukunft.

Wenn wir aber heute in Europa von neuem Grund und Boden reden, können wir in erster Linie nur an Rußland und die ihm untertanen Randstaaten denken“

Es ist alles äußerst klar dargelegt worden. Wir würden also mit der Kolonial- und Handelspolitik der Vorkriegszeit brechen, was eine klare Absage an die Expansionsbestrebungen des deutschen Staates in Richtung der Bestrebungen des Anfangs des XX. Jahrhunderts bedeutet, also vor dem Ersten Weltkrieg: China, Afrika, Asien. Dortzulande ist ja bereits alles zwischen den Engländern, den Franzosen und anderen Europäern aufgeteilt worden. Auch gibt es auf diesen Kontinenten Stellen und Plätze amerikanischer Interessen. Da würde Hitler sich nicht hinwagen, er wird sich in Richtung auf Russland zubewegen. Dort ist des Landes genug. Nicht nur für die Deutschen, die Engländer würden ebenfalls etwas abhaben können!

Wie ein guter Wahrsager bemüht sich Hitler darum, alle Bedenken auszuräumen, die bei jenen Herren der englischen Geheimdienste entstehen könnten, die sein Buch sich zu Herzen nehmen werden. Das Bündnis zwischen Deutschlands und Russlands ist ein mehr als hundert Jahre alter Alptraum der Angelsachsen. Man stelle sich doch nur vor, dass sich diese zwei kontinentalen Mächte anfreunden würden? Man weiß ja nie, du würdest Hitler bis zu den Zähnen aufrüsten, er aber, zusammen mit Russland, der UdSSR, würde beginnen, dir die weltweite Hegemonie streitig zu machen.

Wie leichte Rauchwolken vertreibt der Führer mit seinen Buchaussagen solch ungereimte Gedanken:

„Das derzeitige, seiner germanischen Oberschicht entkleidete Russland ist, ganz abgesehen von den inneren Absichten seiner neuen Herren, kein Verbündeter für einen Freiheitskampf der deutschen Nation. Rein militärisch betrachtet, wären die Verhältnisse im Falle eines Krieges Deutschland-Russland gegen den Westen Europas, wahrscheinlich aber gegen die ganze übrige Welt, geradezu katastrophal. Der Kampf würde sich nicht auf russischem, sondern auf deutschem Boden abspielen, ohne dass Deutschland von Russland auch nur die geringste wirksame Unterstützung erfahren könnte.“

Nach solch beruhigenden und alles klar stellenden Passagen wendet sich Adolf Hitler wieder an die Leser. Die Londoner, nicht die Berliner wohlgemerkt. Wenn man erst einmal begreift, an wen die Worte des Führers gerichtet sind, so gewinnen diese einen ganz anderen Sinn:

„Sorgt dafür, dass die Stärke unseres Volkes ihre Grundlagen nicht in Kolonien, sondern im Boden der Heimat in Europa erhält! Haltet das Reich nie für gesichert, wenn es nicht auf Jahrhunderte hinaus jedem Sprossen unseres Volkes sein eigenes Stück Grund und Boden zu geben vermag!“

Es würde scheinen, dass der Führer in seinen Ausführungen bereits alles unmissverständlich und detailliert dargelegt hatte:

– Er wäre für das Bündnis mit England;

– Nach der Erteilung des „väterlichen Segens“ der Engländer und der Franzosen auf die Umrüstung Deutschlands, wäre er bereit, die Sowjetunion anzugreifen und diese nicht nur für die Interessen der Deutschen, sondern auch der übrigen „progressiven Menschheit“ zu zerschlagen;

– Im Prinzip wäre er bereit, die von den englischen Freunden abgesonderten und abgegriffenen ehemaligen deutschen Gebiete nicht wieder zurück zu fordern.

Hitler macht aber dabei nicht Halt, sondern kehrt immer und immer wieder auf dasselbe Thema des Bündnisses mit England zurück. Als ob er jemanden von seiner Sache mit aller Kraft zu überzeugen trachten würde.

„Das wichtigste ist zunächst die Tatsache, dass eine Annäherung an England und Italien in keiner Weise eine Kriegsgefahr an sich heraufbeschwört. Die einzige Macht, die für eine Stellungnahme gegen den Bund in Betracht käme, Frankreich, wäre hierzu nicht in der Lage.“

Und warum bräuchte auch Frankreich, Hitler die Fehde anzusagen, der, obwohl er doch die Franzosen augenscheinlich für die Hauptfeinde seines Heimatlandes hält, so doch seine Eroberungen im Raum Smolensk und Charkow und nicht Marseilles oder Toulons zu machen gedenkt?

„Der weitere Erfolg wäre, dass mit einem Schlage Deutschland aus seiner ungünstigen strategischen Lage befreit würde. Der mächtigste Flankenschutz einerseits, die volle Sicherung unserer Versorgung mit Lebensmitteln und Rohstoffen andererseits wäre die segensreiche Wirkung der neuen Staatenordnung.„

Wie man es auch dreht und wendet, so ist doch für Hitler das Bündnis mit Großbritannien das Mittel gegen alle deutschen Probleme. Gerade das Lebenswasser auf sterbendes Deutschland!

„Fast noch wichtiger aber würde die Tatsache sein, dass der neue Verband Staaten umschließt von einer sich in mancher Hinsicht fast ergänzenden technischen Leistungsfähigkeit. Zum ersten Male bekäme Deutschland Verbündete, die nicht als Blutegel an unserer eigenen Wirtschaft saugen, sondern sogar zur reichsten Vervollständigung unserer technischen Rüstung ihren Teil beitragen könnten und auch würden.“

Sind Sie noch nicht ganz im Klaren, woher der Führer im Begriff war, die Technologien, die Rüstung und das Geld für ihre Produktion zu erhalten? Ohne wessen Hilfe Hitler rein technisch es einfach nicht bewerkstelligen könnte, den Kampf zu beginnen? Er schreibt es doch mit der eigenen Hand und in klarster Sprache! Der letzte Kapitel von „Mein Kampf“ ist eine ununterbrochene, nicht aufhören wollende Lobpreisung auf Großbritannien. Das Loblied auf England ertönt von einer Seite und geht auf die nächste über und immer weiter fort:

England wäre „Die größte Weltmacht der Erde…“, das Bündnis mit einem solchen Staate würde „für einen Kampf in Europa andere Voraussetzungen bieten“.

England ist ein unser Alles. Das ist eben der Hauptgedanke zweier abschließender Kapitel von „Mein Kampf“. Das Buch enthält insgesamt 15 Kapitel, was bedeuten würde, das ein Siebentel seines literarischen Werks Hitler dem Gedanken widmet, wie schön es doch wäre, Freundschaft mit Großbritannien zu schließen.

Aber das Wohlwollen der Angelsachsen, der Herrscher der Welt, gibt es natürlich nicht umsonst.

„Sicherlich sind, wie ich schon im vorhergehenden Kapitel betonte, die Schwierigkeiten groß, die einem solchen Bunde entgegenstehen.“, schreibt der Führer.

Natürlich: man müsste seine Unersetzbarkeit, seine Loyalität und Lenkbarkeit noch unter Beweis stellen, denn erst dann werden die Führungskräfte der englischen Geheimdienste, vielleicht einmal, dem noch wenig bekannten deutschen Politiker ihre Beachtung schenken.

Hitler seinerseits ist bereit, alles Mögliche zu tun, damit das Bündnis zwischen England und Deutschland Realität würde.

„…dass wir unser eigenes Handeln in kluger Selbstüberwindung demgemäß bestimmen. Und dies ist eben in dem Augenblick möglich, in welchem man, erfüllt von der mahnenden Not, statt der außenpolitischen Ziellosigkeit der letzten Jahrzehnte einen einzigen zielbewussten Weg beschreitet und auf diesem durchhält.“

Welcher Weg wäre das? Welches Ziel verfolgt Hitler? Ich denke, dass jeder, der dieses Kapitel mit Aufmerksamkeit gelesen hat, diese Frage auch beantworten würde können.

Die Wiederherstellung und die Wiederbewaffnung Deutschlands für die nachfolgende unverzügliche Aggression in Richtung der grenzenlosen russischen Weiten wären das Hauptanliegen und das Hauptprogramm des Führers der Nationalsozialisten.Die obligatorische und die erstwichtigste Bedingung dafür, das Fundament, die Basis für die Wiederherstellung der deutschen Wirtschaft und Militärmacht wäre das Bündnis mit Großbritannien.

Wie sollte man nur einen solch richtig denkenden Patrioten nicht unterstützen? Wie könnte man nur dem so nützlich urteilenden Führer das Geld vorenthalten? Wie würde man es über sich bringen, einem England so freundlich gestimmten Politiker nicht zu verhelfen, zur Macht zu gelangen?

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